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Einstein Online Was war das unheimliche Geräusch aus dem Polarmeer?

Jedes Jahr im Winter hört man die merkwürdigen pulsierenden Töne – in regelmässigen Intervallen von exakt 3,1 Sekunden. Es ist sogar das häufigste Geräusch, das Forscher im antarktischen Ozean aufgenommen haben. Und dennoch dauerte es über 50 Jahre, bis sie heraus fanden, woher die Klänge kamen.

Woher bloss kam dieses mysteriöse Geräusch?

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Das mysteriöse Geräusch aus dem Polarmeer
Aus Einstein vom 29.03.2016.
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Als es vor rund 50 Jahren erstmals von U-Booten im südlichen Ozean aufgenommen wurde, dachte man, es seien die Ortungssignale anderer U-Boote oder deren geheime Botschaften. Aber die Theorie hatte einen Haken: Das Geräusch wurde besonders häufig in der Antarktis, südlich des 60. Breitengrades registriert – Kriegsfahrzeuge sind hier aber verboten.

Waren es also Fische? Auch diese Theorie konnte nie bestätigt werden. Dafür hatte das Geräusch bald einen Spitznamen: «Bio Duck», weil es sich anhört wie das Quaken einer Ente.

Erst 2013 fand ein Forscherteam heraus, Link öffnet in einem neuen Fenster, dass der pulsierende Bio-Duck-Sound von Zwergwalen stammt. Die Fachleute hatten an zwei Exemplaren der Spezies kleine Unterwasser-Mikrophone angebracht, die den Wasserschall in elektrische Spannung verwandeln.

So konnten sie nachweisen, dass die Zwergwale die Töne immer nahe an der Wasseroberfläche produzierten, kurz bevor sie zu einem Nahrungsgang abtauchten. Aus welchem Grund? Das ist weiterhin unklar.

Weitere Rätsel warten

Die Unterwasser-Klangexperten haben schon das nächste Klangrätsel auf dem Tisch. «Es ist ein extrem langes Geräusch und sehr laut» – so beschreibt die Meeresbiologin Ilse van Opzeeland den extrem tiefen, fast unheimlichen Ton.

Opzeeland vermutet, dass ein Eisberg zu hören ist, der sich auf dem Boden verschiebt. Aber Beweise haben sie und ihre Kollegen noch nicht gefunden.

Video
Ilse van Opzeeland erklärt den unheimlichen Sound
Aus Einstein vom 29.03.2016.
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Antarktische Ozean-Akustiker

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Mit hochempfindlichen Mikrophonen zeichnen sie Unterwasserklänge im südlichen Polarmeer auf. Alle zwei Jahre werden die Geräte eingesammelt. Die Forscher isolieren die aufgezeichneten Geräusche, zerlegen sie in ihre Frequenzen und analysieren dann ihre Schallquellen. Damit wollen sie mehr über das Verhalten der Tiere des Polarmeeres erfahren.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Stadelmann , Luzern
    tach weiss jemand, kann man die meeresgeräusche als MP3 von irgendwoher downloaden? gibt es öffentlich aufnahmen dieser bio-duck sounds, vielleicht direkt von den forschern? merci für eure tips :)
    1. Antwort von SRF «Einstein» (SRF)
      Lieber Herr Stadelmann, soweit wir wissen, kann man die Geräusche nicht herunterladen. Am besten fragen Sie mal direkt beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven an, wo die Geräusche analysiert wurden. Der Link zur Webseite: https://www.awi.de/ueber-uns/service/kontakt.html.
    2. Antwort von S. Meier , 8953 Dietikon
      Guten Tag, auf den Lofoten in Norwegen, in der Ortschaft Henningsvaer, gibt es das Forschungsbüro Ocean Sounds. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die "Töne" der Wale. Vielleicht kann man Aufnahmen erhalten. Beste Grüsse S. Meier
  • Kommentar von Beppie Hermann , Bern
    Fragt Neptun oder Poseidon, sie würden dann die Erdenbewohner mit Sicherheit wohl auch dazu auffordern, die Klänge des Meeres nicht weiter mit derart mit unnatürlichen, störenden und belastenden Geräuschen zu durchkreuzen.