Lys Assia und Ralph Siegel entsetzt über ihr Eurovision-Aus

Lys Assia und Ralph Siegel wollten mit dem Lied «All In Your Head» die Schweiz am Eurovision Song Contest 2013 vertreten. Doch sie haben es nicht einmal in den Schweizer Final geschafft. Die Schuld geben sie dem Votingsystem.

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All in your head

3:10 min, aus ugc_eurovision vom 7.10.2012

Lys Assia kann es nicht fassen, dass sie sich nicht fürs Schweizer Finale qualifiziert hat – die Ablehnung hat die 88-Jährige so stark getroffen, dass sie nicht für ein Interview vor eine TV-Kamera treten will. Am Telefon erklärt sie gegenüber glanz & gloria, dass sie doch extra ein Lied für «die Jungen» aufgenommen habe. «Ich bin enttäuscht und schockiert und kann es wirklich nicht verstehen. Ich hätte für ein anderes Land antreten sollen.» Auf ihrer Facebook-Seite beklagt sich Assia weiter: «Wie ich höre, könnte ein Song wie 'Do The Monkey' mein Heimatland vertreten. Das wird wirklich ein Tonk Tonk Festival.»

Ralph Siegel fordert Sonderregelung für Lys Assia

Auch der deutsche Komponist und mehrfache Eurovision-Teilnehmer Ralph Siegel versteht die Welt nicht mehr. Der 66-Jährige gibt dem Wahlmodus die Schuld. «Ich habe von Anfang an gesagt, dass es mit dieser obskuren Computerwertung, die kaum jemand versteht, ausser vielleicht ein paar junge Fanclubs, aber schon gar nicht ältere Menschen, fast keine Chance für Lys Assia gibt, sich im Finale zu platzieren», schreibt er unter anderem auf Anfrage von glanz & gloria. Dieses Verfahren sei für ältere Menschen unzumutbar. «Die Computerwahl hat dieser wunderbaren Dame alle Chancen genommen, nochmals für ihr Land auf der Bühne zu stehen. Darum sollte man hier eine Sonderregelung für Lys Assia finden», so Siegel.

Ralph Siegel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fordert direkte Qualifikation Ralph Siegel will eine «Lex Assia» – eine Sonderregel, die Lys Assia direkt für den Schweizer Final qualifiziert hätt... Wenn

Ralph Siegel kann auch nicht verstehen, warum die Verantwortlichen von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) der «Grande Dame der Eurovision» keine Wildcard gegeben haben. Mit anderen Worten: einen Freipass ins Finale der Schweizer Vorentscheidungsshow in Kreuzlingen. «Ich habe dies schon vor Monaten den Verantwortlichen vorgeschlagen, aber es scheint niemand genügend Feingefühl und Verständnis für die Situation zu haben», so Siegel. «Ich hoffe, dass die Schweiz noch einmal darüber nachdenkt, wegen der Ungerechtigkeit den älteren Fernsehzuschauern und Lys Assia gegenüber, doch eine 'Lex Assia' zu ermöglichen.»

Die Verantwortlichen bei SRF sehen jedoch keinen Handlungsbedarf. «Wir schätzen das Engagement von Lys Assia und Ralph Siegel sehr», sagt Sven Sarbach, Bereichsleiter Show und Events. Doch eine Wildcard sei gemäss Spielregeln nicht vorgesehen. «Auch für Lys Assia nicht.»

Ralph Siegel kündigte Rückzug vom ESC an

Während der Videoaufnahmen von «All In Your Head» im September in Zürich, hatte Ralph Siegel gegenüber glanz & gloria einen Rückzug vom ESC angekündigt – falls er und Assia sich nicht qualifizierten. «Wenn das nicht klappt, gebe ich es auf», sagte er. Nun ist genau dieser Fall eingetreten – und Ralph Siegel will sich nicht mehr zu seinem vermeintlichen Rückzug äussern. Er lässt die entsprechende schriftliche Frage von glanz & gloria mehrmals unbeantwortet. Es käme einer Sensation gleich, wenn der Deutsche sich – nachdem er bereits 18 Mal am Song Contest teilgenommen hat – tatsächlich zurückziehen würde.

Lys Assia gibt derweil schonmal bekannt, dass dies wahrscheinlich nicht ihr letzter Versuch gewesen sei. «Mein Heimatland am Eurovision Song Contest zu vertreten, ist immer noch mein Traum», schreibt sie auf Facebook. Wenn der Song passe, könne alles passieren. Und dann heisst es: «I'll be back. - Lys»

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