Francesco Provenzale, Meister des neapolitanischen Seicento

5 Theater und 450 Kirchen gab es im 17. Jahrhundert in Neapel, die alle mit Musik versorgt sein wollten, dazu ein reicher Fundus an Volksmusik. Aus dieser Melange schöpfte Francesco Provenzale seine Musik.

Provenzale erlangte im Laufe seines Lebens alle bedeutenden musikalischen Ämter der Stadt.
Bildlegende: Provenzale erlangte im Laufe seines Lebens alle bedeutenden musikalischen Ämter der Stadt. Wikimedia

Ein musikalisch reicher und kulturell vielfältiger «Melting Pot» ist die Stadt Neapel. Griechen, Römer, Spanier, Araber - sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. Francesco Provenzale wurde 1624 in Neapel getauft, und während seinen 80 Lebensjahren wurde er zum ersten wichtigen Komponisten der neapolitanischen Schule.

Provenzale erlangte im Laufe seines Lebens alle bedeutenden musikalischen Ämter der Stadt; er wurde Kapellmeister an Kirchen und Klöstern. Seine grössten Konkurrenten waren Musiker, die von den Spaniern protegiert wurden, die Neapel damals beherrschten.

Trotzdem konnte er wie ein musikalischer Unternehmer walten: Provenzale vermittelte Mitarbeiter und ehemalige Schüler auf die wichtigen musikalischen Posten - und kassierte dafür Provisionen und Abfindungen. So konnte er nicht nur musikalisch grossen Einfluss ausüben, auch sein Lebensstandard soll entsprechend hoch gewesen sein.

Autor/in: Norbert Graf