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Legende: Video Bernard Tschumi abspielen. Laufzeit 04:39 Minuten.
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 12.07.2019.
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Baukünstler Berühmte Schweizer Architekten

Am Anfang steht ein Strich. Am Ende ein Bauwerk. Architekten entwerfen Gebäude – obskure, okkulte, grosse oder kleine – und verewigen sich damit. In einer vierteiligen Serie stellt «G&G» Schweizer Architekten vor, die mit ihren Bauwerken Denkmäler gesetzt haben.

  • Roger Diener – der Soziologe

    Der 69-jährige Basler hat das «Forum 3» auf dem Novartis-Campus entworfen. Ein Gebäude mit farbigem Glaskleid, eine Erinnerung an die Anfänge der Chemie-Industrie am Rheinknie. Im Sonnenlicht werden die Farben zu einem LSD-Rauschbild. Doch Roger Dieners grosse Liebe gilt dem Bau von Wohnhäusern, wie zum Beispiel seiner Überbauung an der Hammerstrasse in Kleinbasel aus dem Jahr 1981. Hier konnte er seine Soziologie-Begeisterung architektonisch ausleben. Das Zusammenleben der Menschen auf kleinem Raum ästhetisch gestalten. Seit über 40 Jahren ist der ETH-Absolvent Architekt mit Leib und Seele, der das Entwerfen braucht, wie der Mensch die Luft zum Atmen.

  • Mario Botta – der Kirchenliebhaber

    Der Tessiner gehört zu den meistbeachteten Schweizer Architekten auf der Welt. Seine klaren stereometrischen Körper und monumentalen Wandflächen aus Ziegeln und Naturstein finden sich auf der ganzen Welt. Dem «Museum of Modern Art» in San Francisco verpasste er 1995 das typische Botta-Gewand oder auch 2017 dem Panorama-Restaurant auf dem Monte Generoso. Am liebsten aber würde der dreifache Vater nur noch heiligen Stätten bauen. Einer seiner eindrücklichsten Bauten: die «Chiesa di San Giovanni Battista» in Mogno TI. Mario Botta ist ein Kirchenliebhaber, der mit seinen 76 Jahren noch viele Ideen hat und umsetzen will.

  • Tilla Theus – die Kämpferin

    Tilla Theus ist einer der wenigen, die in der Männerdomäne «Architektur» sich einen Namen gemacht hat. Die Bündnerin hat 2006 den Hauptsitz des Weltfussballverbands gebaut und sechs Jahre später das Gipfelrestaurant Weisshorn in Arosa. Daneben hat sie sich auf Umbauten und Sanierungen von denkmalgeschützten Objekten spezialisiert. Unter anderem verpasste sie dem Traditionshotel Widder in Zürich ihre Handschrift. Als Frau ist sie in der obersten Liga der Architektur noch immer eine Exotin. Aber selbst mit 76 Jahren denkt sie noch lange nicht ans Aufhören. Architektur sei ihre Berufung.

  • Bernard Tschumi – der Unklassifizierbare

    Der Lausanner pendelt seit über 40 Jahren zwischen seinen beiden Büros in New York und Paris. Seinen Durchbruch schaffte Bernard Tschumi 1983 mit dem «Parc de la Vilette» in der Stadt der Liebe. Seitdem hat der zweifache Vater viele Bauten rund um den Globus entworfen: das Akropolis-Museum in Athen 2007, das «Le Rosey»-Konzerthaus in Rolle 2014 oder die Bibliothek der altehrwürdigen Columbia-Universität im Big Apple. Auffällig, alle seine Bauten sind unkonventionell, eher verspielt. Der 75-Jährige ist ein Architekt, der mit Gegensätzen spielt und dessen Stil von vielen als unklassifizierbar bezeichnet wird.