Nach Betrugsvorwürfen: Kastelruther Spatzen singen um ihre Ehre

Studiomusiker als Doubles für Volksmusikstars? Die Kastelruther Spatzen müssen um ihren Ruf bangen. Um den Imageschaden zu begrenzen, musste jetzt eine Liveauftritt im Fernsehen her.

Die Kastelruther Spatzen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gute Miene zum bösen Spiel Die Kastelruther Spatzen vor ihrem Auftritt beim Musikantenstadl. Keystone

Es war eine Frage der Musikantenehre: Nach der Aufregung um ihre von Studiomusikern eingespielten CDs haben die Kastelruther Spatzen am Samstag im «Musikantenstadl» gezeigt, dass sie auch live spielen können. Ganz entspannt wirkten die sieben Spatzen allerdings nicht, als sie in der Innsbrucker Olympiahalle ihr passend betiteltes neues Lied «Leben und leben lassen» anstimmten. Doch unter dem Jubel der Fans tauten sie auf und geben noch ihren Hit «Eine weisse Rose» zum Besten.

«Wir sind auch nur Menschen und haben sicher nichts Schlechtes getan», kommentierte Bandleader Norbert Rier die Betrugsvorwürfe des ehemaligen Spatzen-Produzenten Walter Widemair und erntete grossen Jubel seiner Fans.

Begleitmusik und Stimme oftmals vom Band

Wie bei solchen Veranstaltungen üblich kommt die Begleitmusik oder auch die perfekt abgemischte Stimme vieler Künstler vom Band. Nicht so bei den Kastelruther Spatzen, die an diesem Abend darauf bestanden, alles selbst zu machen. «Sie mussten es gar nicht», sagte «Stadl»-Moderator Andy Borg. «Sie haben es heute bewiesen.»

In der Volksmusikbranche ist es üblich, bei CD-Aufnahmen Studiomusiker zu engagieren, um Zeit und Geld zu sparen – eine Tatsache, die die Spatzen nicht verheimlichen. Bei TV-Shows singt die siebenköpfige Truppe ihre Konzerte aber nach eigenen Angaben selbst.