Prinz Harrys Nacktfotos nun doch in der «Sun»

Der Palast hatte die britische Presse gewarnt: Die Nacktfotos von Prinz Harry sollten nicht veröffentlicht werden. Doch die «Sun» hält sich nicht dran. Die Briten finden Harrys Verhalten halb so wild.

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Bildlegende: Als erste britische Zeitung Die «Sun» setzt sich über die Warnung des Palasts hinweg. Reuters

Prinz Harrys Nacktfotos sind nach erstem Zögern der Presse nun doch in Grossbritannien gedruckt zu sehen. Trotz einer Warnung des Palastes ist das Boulevardblatt «The Sun» vorgeprescht und hat die Bilder aus den USA als erste britische Zeitung veröffentlicht.

Am Freitag war eine der peinlichen Aufnahmen auf dem Titel. Das Bild zeigt den Dritten der Thronfolge unbekleidet mit einer teils nackten Frau. Das Massenblatt begründete seine Aktion mit der Pressefreiheit. Im Innenteil der Zeitung befand sich ein zweites der Aufreger-Bilder von Prinz Harry. Auch auf der Internetseite der «Sun» wurden sie gezeigt. Die anderen grossen Medien hielten sich weiter zurück.

«Sun» beruft sich auf Pressefreiheit

Die «Sun» begründete ihre Entscheidung unter anderem damit, dass die Fotos seit Mittwoch weltweit auf zahlreichen Seiten im Internet zu sehen seien. Es gehe in dem Fall um die Pressefreiheit und die Information der Öffentlichkeit. «Die Fotos haben potenziell Einfluss auf das Image des Prinzen, und wie er Grossbritannien in der Welt repräsentiert», hiess es in einem Text dazu. Auch würden Fragen nach der Sicherheit des Prinzen aufgeworfen.

Diskussionen um verletzte Privatsphäre

In Grossbritannien löste der Fall Diskussionen aus. Die Stimmung im Land ist von dem Medienskandal um das dichtgemachte Murdoch-Blatt «News of the World» geprägt, in dem es auch um illegale Recherchemethoden und die verletzte Privatsphäre ging. Auch die «Sun» gehört zum Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch.

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Prinz Harrys Nacktfotos nun doch in der «Sun»

1:15 min, vom 24.8.2012

Auch wenn der Palast, der über eine Kommission zur Wahrung der Presseethik gewarnt hatte, dass ein Abdruck der Privatbilder nicht angebracht sei, alles andere als «amused» sein dürfte: Die Briten finden das Ganze nicht wirklich dramatisch, wie die Video-Umfrage zeigt.