Volksnah und beliebt: das schwedische Königshaus

Das schwedische Königshaus verbindet Tradition und Moderne und gibt sich stets volksnah. Das Erfolgsrezept funktioniert: Obwohl die Königsfamilie nur zeremonielle Aufgaben übernimmt, haben Monarchiegegner in Schweden keinen Stich.

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Bildlegende: König Carl Gustaf, Königin Silvia und Prinzessin Madeleine Sie dürfen nicht regieren, sind aber trotzdem bei den Schweden sehr beliebt Reuters

Die Monarchie blickt in Schweden auf eine lange Tradition zurück – und hat ihre Wurzeln in Frankreich. Dies durch den Franzosen Jean Baptiste Bernadotte, der vom kinderlosen König Karl XIII. adoptiert wurde, und 1818 als Karl XVI Johan den schwedischen Thron bestieg.

Carl XVI Gustaf (geboren 1946) ist der 62. König Schwedens. Nach dem Tod seines Vaters bestieg er am 15. September 1973 als 27-Jähriger den Thron. Seit Mitte des 20. Jahrhundert ist das Königshaus im stetigen Wandel: Nach dem Zweiten Weltkrieg erübrigten sich die traditionellen Aufgaben der Monarchie, da die Landesgrenzen definitiv festgelegt wurden.

 Und 1974 wurde Schweden durch eine Verfassungsänderung zur parlamentarisch-demokratischen Monarchie – was eine Entmachtung des Königshauses bedeutete.

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Das Königshaus und die Medien

Das Königshaus setzte schon früh auf eine professionelle Medienarbeit: Bereits in den 1970er-Jahren hatte die schwedische Königsfamilie einen Pressesprecher. Die dänischen und norwegischen Royals zogen erst rund ein Jahrzehnt später nach. Seit 1995 stellt die Königsfamilie den Medien ausführliche Informationen auf ihrer Homepage zur Verfügung.

König Carl Gustav ist nur symbolisches Staatsoberhaupt

So sind die Aufgaben der Königsfamilie nun hauptsächlich von zeremonieller und repräsentativer Art. König Carl Gustaf ist als Staatsoberhaupt von Schweden hauptsächlich ein symbolischer Regent. Konkret heisst das: Der König unterzeichnet keine Gesetze mehr, ernennt keine Minister und ist nicht mehr Oberbefehlshaber der Armee. Hingegen eröffnet er weiterhin jeden Herbst den schwedischen Reichstag, leitet die erste Sitzung einer neuen Regierung und überreicht den Nobelpreis.

Heute hat die Königsfamilie zwar viel von ihrer einstigen royalen Obrigkeit verloren, dafür neue Aufgaben in der karitativen Arbeit gefunden.

Zudem ist die Identitätsstiftung eine weitere wichtige Funktion der Königsfamilie. Das Beispiel Schweden zeigt, wie ein König auch ohne politische Macht als symbolischer Landesvater auftreten kann.

Die Schweden treffen ihre Königin beim Einkaufen

Die Königsfamilie gilt als skandalfrei und gibt sich volksnah: Alle Kinder besuchten öffentliche Schulen, die Königin geht selbst einkaufen und den König trifft man beim Joggen im Park. Obwohl die schwedischen Bürger ihr Königshaus über die Steuern finanzieren, zahlt auch die Königsfamilie Steuern.

Vererbung der Macht führt zu Diskussionen im demokratischen Land

Dennoch, seit Mitte dem 20. Jahrhundert wird in Schweden immer wieder über die Legitimation des Könighauses diskutiert. Hauptargument der Monarchie-Gegner ist die Tatsache, dass der König seinen Thron nicht durch Wahlen, sondern durch Erbfolge erhält, und dass sich dies nicht mit den demokratischen Prinzipien Schwedens vereinbaren lasse.

Trotzdem gilt die Königsfamilie immer noch als sehr beliebt. Gemäss einer Umfrage von 2003 sprachen sich 84 Prozenzt der Schweden für den Erhalt der Monarchie aus