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Hallo SRF! Der Möglichmacher

Reto Peritz, Bereichsleiter Show bei SRF, ist Head of Delegation der Schweiz am «Eurovision Song Contest». Im Interview gibt er einen Einblick in seine Aufgaben vor und während des ESC.

Was gehört zu Ihren Aufgaben als Head of Delegation der Schweiz – im Vorfeld und am Anlass?
Der Head of Delegation trägt die Gesamtverantwortung für alle Sprachregionen in der Schweiz. Dazu gehört die Entwicklung des Selektionsprozesses, die Zusammenstellung der Delegation und der Austausch unter den rund 40 teilnehmenden Nationen. Ich bin Ansprechpartner für die EBU (European Broadcasting Union), den Host Broadcaster sowie für alle internen und externen Fragen rund um den ESC. Ich sehe meine Rolle als Möglichmacher und versuche, möglichst viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit der Künstler und alle um ihn herum bestmöglich arbeiten können.

Wie gross ist die diesjährige Schweizer Delegation?
Im Kernteam von SRF sind vier Personen aus Redaktion, Produktion und Media Relations – die alles in kleinen Pensen und neben ihrer regulären Arbeit für andere Sendungen und Projekte auf die Beine stellen. Dazu kommt die Entourage des Künstlers. Zu einem späteren Zeitpunkt, auf die Generalprobe hin, reisen die Kommentatoren von SRF, RTS und RSI nach. Wenn wir uns mit Delegationen wie jenen aus Deutschland oder Russland vergleichen, sind wir Zwerge. Was es bei uns aber immer etwas aufwändiger und auch spannender macht, sind die verschiedenen Sprachregionen, die alle ihre unterschiedlichen Bedürfnisse haben.

Wie lange können wir uns den ESC noch leisten?
Die Teilnahmegebühr wird beim ESC anhand der Ländergrösse berechnet. Hier profitiert die Schweiz natürlich sehr stark und bekommt gleich drei hochkarätige Shows und viel Onlinematerial für alle Sprachregionen. Wenn RTS, RSI und SRF diese insgesamt neun Sendeplätze mit Alternativen im Hauptabend selber füllen müssten, käme das vermutlich teurer. Aber von unserem aktuellen Sparprogramm ist auch der Samstagabend betroffen, und es musste auch beim ESC gespart werden. So verzichteten wir auf eine eigene Entscheidungsshow und wählten stattdessen ein internes Selektionsverfahren. Der ESC ist die letzte grosse internationale Show-Koproduktion im Programm von SRF. Ausserdem spricht für den ESC, dass wir damit Kinder, Junge, Familien und die ältere Generation gleichermassen ansprechen.

Die Schweizer Delegation flog am 5. Mai nach Tel Aviv. Was erwartete sie nach der Ankunft?
Wir kamen am späteren Nachmittag im Hotel an. Schon am nächsten Morgen hatten wir die erste Probe in der Halle. Gleich anschliessend besprachen wir die Änderungswünsche mit den Verantwortlichen für Kamera, Licht, Regie oder Ton. Was traditionell auch dazu gehört, ist die Einladung der Schweizer Botschaft, Showcase-Konzerte im Eurovision Village und sehr viele Medientermine. Der ESC wird von 1500 Journalisten aus der ganzen Welt begleitet, und das Medieninteresse, auch aus der Schweiz, ist sehr gross. Daneben gibt es offizielle Anlässe, an welchen wir teilnehmen müssen. Der ESC ist mit etwa 200 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern mittlerweile der weltweit grösste TV-Musik-Event.

Luca Häni tritt am 16. Mai im zweiten Halbfinal an. Ab wann wird bei Ihnen die Nervosität steigen?
Ab der Generalprobe, die bereits von den Jurys bewertet wird. Da dort 50 Prozent der Punkte gesammelt werden, ist dieser Durchgang genauso wichtig wie die Live-Show. Traditionell begleite ich den Schweizer Künstler direkt bis zur Bühne. Ich bin der Letzte, der viel Glück wünscht und nehme ihn gleich nach dem Auftritt hinter der Bühne wieder in Empfang – und in die Arme. Häufig ist das ein emotionaler Moment für den Künstler, da ganz viel Druck abfällt. Da fliessen auch schon mal Freudentränen.

Worauf freuen Sie sich dieses Jahr besonders?
Ich freue mich über das positive Feedback zu unserem Act. «She Got Me» kommt international sehr gut an, konnte in diversen Ländern in die Charts einsteigen, ist erfolgreich auf Youtube und Spotify, und das mediale Interesse an Luca Hänni ist gross. Man nimmt im Ausland wahr, dass die Schweiz viel unternommen hat, um den Turnaround zu schaffen. Aber: Auch wenn die Wettbüros dieses Jahr sehr positive Prognosen für uns prophezeien, es zählen die drei Minuten auf der Bühne. Diese entscheiden, wie viele Punkte es regnen wird.

Der «Eurovision Song Contest» bei SRF, RSI und RTS:

  • Dienstag, 14. Mai 2019, 21.00 Uhr, SRF info, rsi.ch, rts.ch: «Eurovision Song Contest» 2019; Erstes Halbfinale
  • Donnerstag, 16. Mai 2019, 20.10 Uhr, SRF zwei: Auftaktsendung vor dem zweiten Halbfinale; «Shalom Tel Aviv – Luca Hänni auf dem Weg zum Eurovision Song Contest»
  • Donnerstag, 16. Mai 2019, 21.00 Uhr, SRF zwei, RSI LA 2, RTS Deux: «Eurovision Song Contest» 2019; Zweites Halbfinale mit der Schweiz
  • Samstag, 18. Mai 2019, 20.10 Uhr, SRF 1: Auftaktsendung vor dem Finale; «Eurovision Song Contest 2019 – Sven Epiney entdeckt Tel Aviv»
  • Samstag, 18. Mai 2019, 21.00 Uhr, SRF 1, RSI LA 1, RTS Un: «Eurovision Song Contest» 2019; Das Finale

Weitere Informationen zum «Eurovision Song Contest» 2019 in Israel sind auf der Webseite srf.ch/eurovision, Link öffnet in einem neuen Fenster, facebook.com/srfesc, Link öffnet in einem neuen Fenster und dem Twitter-Account der Schweizer Delegation twitter.com/srfesc, Link öffnet in einem neuen Fenster zu finden.