Vor bald 24 Jahren, am 2. September 2002, ist «SRF Meteo» vom Studio auf das Dach gezügelt. Dieser Umzug war weit mehr als nur ein Standortwechsel. Damals war es die einzige Möglichkeit, das Wetterformat live zu senden, während die Sendungen im Studio im Voraus aufgezeichnet wurden.
Für das Team von «SRF Meteo» bedeutete das «nur eine Chance»: Sobald die Kamera läuft, gibt es kein Zurück mehr. Dies war eine grosse Umstellung für das gesamte Team, sorgt aber für eine besondere Dynamik, denn das Wetter draussen hält sich an kein Skript. Ob strahlender Sonnenschein, Starkregen oder plötzlicher Schneefall: Fast nichts kann die Sendung stoppen – ausser akute Blitzgefahr.
Live von draussen auf dem Dach zu senden, bedeutet für das Team aber auch, mit Unvorhersehbarem umgehen zu müssen. Die Redaktion von «SRF Meteo» blickt auf kuriose Momente zurück: spontane Gäste wie Drohnen, die ins Bild schwirren, Werbeballone, Feuerwerke im Hintergrund oder Helikopter, die direkt über dem «Meteo»-Dach kreisen.
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Bild 1 von 4. Ein Wetterstudio mit Wetterkarte aus den 70er-Jahren. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 4. Aufbau des Dekors für die Sendung «Karussell», zirka 1980. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 4. Moderatorin Bettina Walch im «Meteo»-Studio vor dem Blue-Screen im Jahr 1995. Bildquelle: SRF/Bruno R. Eberhard.
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Bild 4 von 4. Das aktuelle «SRF Meteo»-Studio auf dem Dach des Hochhauses am Campus Leutschenbach ZH. Bildquelle: SRF/Gian Vaitl.
Technik-Evolution und Präzision auf die Minute
Auch die Technik hat eine beeindruckende Wandlung hinter sich. Wie die Redaktion von «SRF Meteo» teilt, wurden die Wetterkarten früher mithilfe von Magnetsymbolen bestückt. Grafikerinnen und Grafiker setzten die Skizzen der Meteorologinnen und Meteorologen um, die bereits im Laufe des Nachmittags vervollständigt waren. Dies brachte jedoch die Herausforderung mit sich, die Grafiken zu einem späteren Zeitpunkt bei plötzlichem Wetterwechsel nicht nochmals aktualisieren zu können. Was heute bis etwa 20 Minuten vor Sendebeginn – bei Moderationen deutlich kurzfristiger – angepasst werden kann, war früher unmöglich.
So modern die heutigen Wetterkarten auch sein mögen: Das «Meteo»-Dach bleibt sich treu. Seit dem Umbau vor zwei Jahrzehnten hat sich das Dekor auf dem Dach kaum verändert und bietet so den kontinuierlichen Rahmen für Vorhersagen, die sich technologisch immer weiterentwickeln.
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Bild 1 von 4. Eine Grafikerin beim Herstellen der Wetterkarten, 1978. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 4. Die erste Wetterkarte im Studio im Jahr 1953. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 4. Josef Strobel vor der Wetterkarte mit Magnetsymbolen in der Hand, 1980. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 4. V.l.n.r.: Cécile Bähler, Sandra Boner und Peter Pöschl im Jahr 2005 im «Meteo»-Büro. Bildquelle: SF DRS/Heinz Stucki.
Die Zuschauenden sind Teil der Sendung
An einem schönen Wochenende erhält das «SRF Meteo»-Team oft mehrere hundert Bilder von Zuschauenden. Ob das erste Blühen von Kirschbäumen, spektakuläre Gewitterwolken oder Neuschnee-Bilder – oft entscheidet das Team spontan, welche Bilder in der Sendung gezeigt werden.
Jedoch verlassen sich Meteorologinnen und Meteorologen für die eigentliche Wetterprognose auf herkömmliche Modelle und Daten. Augenzeugenberichte spielen dabei vor allem in der sogenannten «Kürzestfrist» eine Rolle, wenn etwa ein Gewitter mit Hagel über das Jura zieht. Für die Prognosen der kommenden Tage übernehmen hingegen hochkomplexe Wettermodelle, welche die Atmosphäre berechnen. Damit diese Modelle funktionieren, füttert das Team sie mit präzisen Messwerten von Wetterstationen, Radaranlagen und Satellitendaten.