Darum geht es: Die Temperaturen im Sommer steigen immer öfter über die 30-Grad-Marke. Diese Hitze ist nicht ideal für Medikamente, die man bei sich zu Hause aufbewahrt. «Wäre der Kühlschrank eine Option?», möchte ein Zürcher vom SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» wissen.
So lagert man Medikamente korrekt: Auf der Packung oder in der Packungsbeilage steht, wie man ein Arzneimittel richtig aufbewahren soll. Die meisten Medikamente sollten trocken und kühl, ohne direkte Sonneneinstrahlung und bei einer Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad gelagert werden, erklärt Mireille Lenz vom Schweizerischen Apothekerverband Pharmasuisse.
Wenn die Temperatur für einige Tage oder auch Wochen über 30 Grad steigt, wirkt sich dies nicht negativ auf die Qualität von Medikamenten aus, die üblicherweise bei Zimmertemperatur gelagert werden.
Am besten eigne sich dafür ein abschliessbarer Schrank im Gang ohne Sonneneinstrahlung. Das Badezimmerschränkli eigne sich nicht, da das Badezimmer oft zu feucht und zu heiss sei.
So überstehen die Medikamente die vorübergehende Hitze: «Grundsätzlich gilt: Wenn die Temperatur für einige Tage oder auch Wochen über 30 Grad steigt, wirkt sich dies nicht negativ auf die Qualität von Medikamenten aus, die üblicherweise bei Zimmertemperatur gelagert werden», so Lenz. Anhaltende Hitze könne jedoch die Stabilität und damit die Qualität einzelner Arzneimittel beeinträchtigen. Besonders empfindlich seien beispielsweise Insuline, Impfstoffe, gewisse Augentropfen oder biologische Arzneimittel, die bei Autoimmunkrankheiten eingesetzt würden.
Darum ist der Kühlschrank keine Option: «Medikamente sollten nur dann im Kühlschrank gelagert werden, wenn dies ausdrücklich vorgeschrieben ist», erklärt Apothekerin Mireille Lenz. Wird ein Arzneimittel, das für die Lagerung bei Raumtemperatur vorgesehen ist, unnötig gekühlt oder friert man es sogar ein, könne dies zu irreversiblen Schäden bei einem Medikament führen. Auch der Keller sei keine Option, da er meist zu feucht sei.
Wann man ein Medikament nicht mehr verwenden soll: Wichtig sei, das Medikament vor der Verwendung anzuschauen. In folgenden Fällen sollte man ein Arzneimittel nicht mehr verwenden, sagt Mireille Lenz vom Schweizerischen Apothekerverband Pharmasuisse:
- Verflüssigung von Gels, Cremen und Zäpfchen
- Verfärbungen oder Risse bei Dragees und Tabletten
- Aufgeblähte Verpackungen
- Geruchsentwicklung
- Ausflockung oder Trübung von Bestandteilen einer Flüssigkeit (insbesondere bei Injektionspräparaten)
- Auskristallisation von Flüssigkeiten
Wichtig: Bei Unsicherheiten unbedingt in der Apotheke nachfragen, ob ein Medikament noch gut ist.