«Strahlend weisse Zähne mit Micro Crystals» oder «Anti-Zahnstein» steht zum Beispiel auf der Zahnpasta-Tube. Die Auswahl beim Grossverteiler sei riesig, ein richtiger Dschungel, findet ein Mann aus dem Baselbiet. Er fragt beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» nach, worauf man beim Zahnpasta-Kauf wirklich achten sollte. Was ist nötig, was ist Marketing?
Fluoridhaltig und wenig Abschmirgel-Potenzial
Fabienne Zeller ist Zahnärztin mit Praxis im Kanton Solothurn. Zwei Kriterien hebt sie heraus: Zahnpasta müsse fluoridhaltig sein, dies schütze wirksam vor Karies. Karies schadet den Zähnen längerfristig und kann zu Löchern führen.
Bei empfindlichen Zahnhälsen hilft eine Zahnpasta mit Zinnfluorid, Pro-Argin oder Kaliumnitrat.
Ein weiteres Kriterium ist der sogenannte RDA-Wert, der Wert der «relativen Dentinabrasion», welcher teilweise angegeben ist. «Dieser sagt aus, wie abrasiv eine Zahnpasta ist und wie viel Zahnsubstanz beim Zähneputzen verloren geht», erklärt Fabienne Zeller. Der RDA-Wert sagt also aus, wie stark eine Zahnpasta den Zahn abschmirgelt. Ein guter RDA-Wert liege zwischen 20 und 60, so die Zahnärztin.
Aua beim Glace schlecken
Gerade jetzt im Sommer, wenn die Zähne empfindlich auf ein Glace reagieren, ist es wichtig, den RDA-Wert zu beachten: «Zahnpasten, die versprechen, Zähne unempfindlich zu machen, haben einen tiefen RDA-Wert», so die Zahnärztin. Bei empfindlichen Zahnhälsen beziehungsweise Zähnen helfe ausserdem bei regelmässiger Anwendung eine Zahnpasta mit Zinnfluorid, Pro-Argin oder Kaliumnitrat.
Marketing versus korrekte Putztechnik
Wenn auf der Tube stehe, «bekämpft empfindliches Zahnfleisch» oder «Anti-Zahnstein»-Zahnpasta, sei dies wohl eher eine Marketingstrategie, meint Fabienne Zeller. Die richtige Zahnputztechnik spiele eine Rolle, ob man Zahnstein bekommt oder entzündetes Zahnfleisch hat.
Gerade bei Zahnfleischproblemen seien eine weiche Zahnbürste und wenig Druck beim Putzen wichtig. Zusätzlich sollte man jeden Tag mit Zahnseide und Interdentalbürsteli die Zwischenräume pflegen.
«Wenn man zudem zu Zahnfleischentzündungen neigt, ist es wichtig, sich vom Zahnarzt untersuchen zu lassen und regelmässig eine professionelle Zahnreinigung zu machen.»
Wo ‹für strahlend weisse Zähne› muss man aufpassen.
Auch bei verfärbten Zähnen durch Kaffee, Tee oder Zigaretten könne eine professionelle Zahnreinigung helfen. Einige Zahnpastahersteller schreiben auf die Tube: «Für strahlend weisse Zähne». Hier müsse man aufpassen, warnt die Zahnärztin. Viele dieser Zahnpasten hätten nämlich einen hohen RDA-Wert. Solche Zahnpasten würden die Zähne tatsächlich etwas heller machen, da sie Verfärbungen entfernen.
«Aber bei einem RDA-Wert ab 100 muss man sehr vorsichtig sein und sollte eine solche Zahnpasta höchstens ein- bis zweimal pro Woche anwenden, da sie eher rau ist und den Schmelz zerkratzt.»