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Hitze im öffentlichen Verkehr Klimaanlagen im ÖV: Darum kühlen Züge und Busse nicht stärker ab

Bei Temperaturen über 35 Grad scheint die Abkühlung in Zug und Bus häufig minim. Die Gründe betreffen vor allem unseren Kreislauf.

«Ich kam mir vor wie in einer Sauna», beschreibt ein Passagier gegenüber SRF eine Zugfahrt in einer Zürcher S-Bahn während der letzten Hitzetage. Auch die anderen Passagiere hätten geschwitzt. Und er fragt sich: «Könnte die Temperatur im ÖV nicht konsequent auf 25 Grad gekühlt werden? Damit wäre doch allen wohl, egal wie heiss es draussen ist.»

Grosse Temperaturunterschiede können den Organismus belasten

Gerade wenn die Aussentemperaturen besonders hoch seien, könnten extreme Temperaturunterschiede den menschlichen Organismus belasten, schreibt das Gesundheitsdepartement des Kantons Bern. «Häufige Wechsel zwischen Hitze und stark gekühlten Räumen können Kreislaufbeschwerden begünstigen.»

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Zu diesen Beschwerden gehören Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Besonders gefährdet seien Personen mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.

SBB: Drei bis zehn Grad kühlere Innentemperatur in Zügen

Die diversen Transportunternehmen in der Schweiz haben keine Vorgaben, welche Temperaturen in ihren Fahrzeugen anzustreben sind. Auf Anfrage von SRF schreibt die Medienstelle der SBB: «Temperatursensoren am Fahrzeug messen, wie warm es draussen ist. Die elektronischen Regler der Klimaanlagen sind so programmiert, dass an heissen Tagen die Innentemperatur zwischen drei und maximal zehn Grad unter der Aussentemperatur liegt.»

Man halte sich an europäische Normen und Vorschriften des internationalen Eisenbahnverbands. Aus dem Bereich der Arbeitsmedizin finde sich die Faustregel, dass ein Temperaturunterschied von fünf bis sechs Grad sinnvoll sei.

Es wird alles Menschenmögliche getan, um die Temperaturen an heissen Tagen zumindest unter 30 Grad zu halten
Autor: Medienstelle SBB

Sowohl das Lokpersonal als auch die Kundenbegleiterinnen und -begleiter der SBB hätten zudem die Möglichkeit, die Temperatur im Zug um zusätzliche zwei Grad zu senken oder anzuheben, schreibt die SBB. «Es wird alles Maschinen- und Menschenmögliche getan, um die Temperaturen auf einem angenehmen Niveau oder an heissen Tagen zumindest unter 30 Grad zu halten.» Da hilft vielleicht eine freundliche Anfrage beim Personal bei der nächsten Saunaerfahrung im Zug.

Wissenswertes zu Klimaanlagen im Zug

Weiter führt die SBB aus, dass praktisch alle Züge (98 Prozent) über eine moderne Klimaanlage verfügten. Übrigens: Über die SBB-Mobile-App ist zwischen Mai und September jeweils im Fahrplan ersichtlich, wenn ein Zug über keine Klimaanlage verfügt: mittels eines kleinen Thermometersymbols.

Postauto mit automatischer Regulierung der Kühlung

Schwitzen muss man gelegentlich auch im Postauto: Die meisten der knapp 2400 Fahrzeuge seien aber mit einer Klimaanlage ausgerüstet, schreibt Postauto gegenüber SRF. Diese seien so programmiert, dass die Innentemperatur um fünf bis sechs Grad tiefer liege als die Aussentemperatur.

Die Anlagen seien so eingestellt «und können deshalb vom Fahrpersonal nicht beeinflusst werden». Allerdings könnten Postautofahrerinnen und -fahrer die Anlage im Fahrerbereich selbst einstellen, damit die Temperatur gemäss ihrem Empfinden angenehm sei.

Radio SRF 1, Espresso, 29.6.2026, 8:10 Uhr

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