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Still und heimlich eingestellt: Der SBB-Hightech-Minibar-Versuch
Aus Espresso vom 03.02.2016.
abspielen. Laufzeit 03:26 Minuten.
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Umwelt und Verkehr Still und heimlich eingestellt: Der SBB-Hightech-Minibar-Versuch

Mit Brimborium wurde sie vor zwei Jahren vorgestellt: Die Brennstoffzellen-Minibar, die auch Latte Macchiato oder Cappuccino bieten kann. Zwölf dieser Wägelchen gingen auf die Strecke und scheiterten kläglich. Die SBB beschloss, den Versuch abzubrechen. Kosten: Mehrere hunderttausend Franken.

Die SBB-Chefin Personenverkehr, Jeannine Pilloud höchstpersönlich, hatte bei der Präsentation noch Hand angelegt und das supermoderne Wägelchen für die Medien gleich selbst durch den Zug geschoben. Ein Wunderding dank Brennstoffzelle, welche Energie liefert und so auch Milch schäumen kann. Doch schon nach wenigen Monaten, im Sommer 2014 wird klar: Die eigens für die SBB entwickelte Minibar hält nicht, was sie verspricht. Der Akku macht zu schnell schlapp.

Kinderkrankheiten hielten sich hartnäckig

Anfangs sprach man bei Elvetino, der Betreiberin der Zugsgastronomie, noch von Kinderkrankheiten. Man verbessere das System ständig, bis es stabil funktioniere. Eine Fachhochschule und verschiedene Firmen tüftelten an dem Wunderwägelchen herum. Zwölf Minibars waren im Testbetrieb und erreichten die gewünschte Stabilität auch nach weiteren Monaten nicht. Noch bevor die SBB ihre Strategieänderung beschloss, welche die Minibars gänzlich abschafft, liess sie das Projekt «Brennstoffzellen-Minibar» sterben.

«Wir geben keine Auskunft über Investitionen»

Das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 hätte gerne gewusst, wieviel Geld die SBB mit dem gescheiterten Projekt in den Sand setzte. Elvetino-Chef Wolfgang Winter erklärt: «Wir geben keine Auskunft über Investitionen, die wir tätigen. Aber wenn ein Unternehmen nicht immer neue Lösungen sucht, dann bleibt es stehen und verschwindet vom Markt.» Ein Unternehmen müsse immer wieder einmal etwas ausprobieren, damit es seinen Kunden einen neuen Service bieten könne.

So viel ist bekannt: Rein die Produktion der zwölf Brennstoffzellen-Minibars hat rund 240‘000 Franken gekostet. Nicht mit eingerechnet sind die Entwicklungskosten dafür.

Aufruhr bei Minibar-Personal

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Csagrande , 8444 Henggart
    SBB -Geschäftspraktiken: fragwürdig, nicht langfristig sinnvolle Planung. Kundenausbeutung! Wer muss denn für diese sündhaft teure Missplanung bezahlen?? Garantirt wieder die Kundschaft!! Auf wessen Kosten, wird da Geld gemacht?? Arbeitsbedingungen an der Front - reiche "Kasse" für "das Management"?? Wo sind die zuständigen Verantwortlichen in Regierung, Politik, Bundesamt,...??
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  • Kommentar von Rolf Wegner , Ostermundigen
    Ich kaufe lieber im Bahnhof. Dann weiss ich, was ich habe. Bei Elvetino weiss man nie, wann das Wägeli kommt und wenn, ob dann die Kaffeemaschine wirklich funktioniert. Oder es ist gerade das Wasser ausgegangen. Alles erlebt. Darum: Schon schade, aber seis drum. Ich bedaure, dass diese Leute ihren Job verlieren.
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  • Kommentar von August Senn , 8808 Pfäffikon
    Leider stimmt diese traurige Geschichte. Seit intern (Frau Pilloud) beschlossen wurde, die Elvetino zu schliessen, werden die Mitarbeiter rausgemobbt, damit am Schluss weniger für den Sozialplan bezahlt werden muss. Ich durfte diese Frau per Zufall bei einem GA-1.Kl. Anlass und bei einer Zugsfahrt 'erleben'. Da steckt gar keine Empathie und Mitgefühl für Menschen dahinter, nur reines Management für Zahlen.
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