Wer nicht absagt, wird automatisch versichert

Wer nicht aktiv und von sich aus eine Verzichtserklärung zurückschickt, hat automatisch eine Langzeitpflege-Versicherung abgeschlossen. Das Angebot «Cura» der Helsana ist zumindest fragwürdig.

 

Langzeitpflege-Versicherungen

Sogenannte Pflegeversicherungen sollen das eigene Vermögen schützen für den Fall, dass man im Alter zu einem teuren Pflegefall wird. Versicherungs-Experten machen jedoch ein Fragezeichen hinter die Angebote.

Wofür haften Grundstückbesitzer?

Eine fremde Person hat ihren Roller ungefragt auf einem Grundstück neben einer Holzbeige parkiert. Der Roller wurde beschädigt, weil ein Teil der Beige umgestürzt ist. Nun sollen die Grundstückbesitzer dafür haften.

Beiträge

  • Wer nicht absagt, wird automatisch versichert

    Wer bei der Helsana eine Spitalzusatz-Versicherung abgeschlossen hat, bekommt ab Alter 65 automatisch auch die Langzeitpflege-Zusatzversicherung «Cura» zugeteilt. Wer das nicht will, muss eine Verzichtserklärung unterschreiben und zurück schicken.

    Das sei doch ein völlig unübliches Verfahren, findet «Espresso»-Hörer Robert Meier. Die Patientenstelle gibt im Recht und kritisiert das Vorgehen. Helsana weist die Kritik zurück und versteht ihr Angebot als «Versprechen, das gehalten werden muss».

    Flurin Maissen

  • Langzeitpflege-Versicherungen

    Zusatzversicherungen wie etwa die «Cura» von Helsana springen dann ein, wenn man im Alter zum teuren Pflegefall wird. Die Versicherung sollen mithelfen, das eigene Vermögen zu schützen. Wie sinnvoll sind solche Plfegeversicherungen?

    Versicherungs-Experte Stefan Thurnherr vom VZ-Vermögenszentrum und Erika Ziltener, Präsidentin der Schweizersichen Patientenstellen raten eher von solchen Versicherungen ab. Vor allem wegen den oft langen Karenzzeiten. Bei vielen Versicherungsmodellen zahlt die Versicherung erst, nachdem man schon zwei Jahre ein Pflegefall ist.

    Die Helsana weist die kritischen Einwände zurück und bezeichnet die «Cura» als wirksames Mittel, dass man im Pflegefall nicht alle Kosten selber tragen muss.

    Flurin Maissen

  • Wofür haften Grundstückbesitzer?

    Eine fremde Person hat ihren Roller ungefragt auf dem Grundstück von «Espresso»-Hörerin Denise Zimmermann parkiert. Der Roller wurde neben einer Holzbeige parkiert. Diese ist zum Tiel umgestürzt und hat den Roller beschädigt.

    Nun fordert die Rechtsschutzversicherung, dass die Grundstückbesitzer diese Kosten übernimmt. «Ist das korrekt?», fragt Frau Zimmermann.

    Ja, sagt Rechtsexpertin Doris Slongo. Nämlich dann, wenn die Hörerin nicht genügend dafür getan hat, dass die Holzbeige eben nicht umstürzt. «Wer eine Gefahr schafft, haftet dafür», so der entsprechende Rechtsgrundsatz. Falls der Rollerfahrer die Gefahr aber hätte erkennen können, so muss er - zumindest teilweise - selber für den Schaden aufkommen.

    Flurin Maissen