Kämpferische Töne

Musik für den Krieg, für den Sieg, für den nationalen Zusammenhalt. Im Ersten Weltkrieg spielte die Musik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Musikwissenschaftler Simon Obert analysiert eingängige Soldatenlieder, pompöse Ouvertüren und nationalistische Kaiserhymnen.

Während des Ersten Weltkriegs stand die Schweiz vor einer Zerreissprobe. Grund dafür war der General der Schweizer Armee, Ulrich Wille. Dass dieser mit dem Deutschen Kaiserreich sympathisierte, sorgte vor allem in der Romandie für viel Unbehagen. Innenpolitische Spannungen waren die Folge.

Vor diesem Hintergrund steuerte der Soldatensänger Hanns In der Gand mit seiner Interpretation des Liedes «Gilberte de Courgenay» zur Entstehung eines Mythos bei: Sein zweisprachiges Lied verband die Deutsch- und Westschweizer und führte damit zur musikalischen Versöhnung entlang des Röstigrabens.

Zweckdienliche Musik

Begeistert vom Krieg zeigte sich derweil der Dirigent Felix Weingartner. 1914 komponierte der Österreicher in St. Sulpice die berüchtigte Ouvertüre «Aus ernster Zeit». Zudem unterzeichnete er das «Manifest 93», das die Kriegsverbrechen Deutschlands zu widerlegen versuchte und der Kriegspropaganda diente.

Auch in Zürich wurde musiziert. Männerchöre aus der ganzen Schweiz fanden sich im November 1917 zusammen und sangen die symbolträchtige Vaterlandshymne von Otto Barblan. Mit Liedern wie «Aus ernster Zeit» wurde der Zusammenhalt der Schweizer Bevölkerung beschworen.

Didaktik

Stufe: Sek II

Fächer: Geschichte

Stichwörter: Propaganda, Röstigraben, Volkslieder, geistige Landesverteidigung, Musikwissenschaft, Musikgeschichte, Nationalhymne, Marseillaise, Komposition, Vaterlandshymne.

Produktion: Corinne Holtz. Radio SRF 2 Kultur «Reflexe». 2014

Verkauf: Nicht im Angebot.

Audio on Demand: Unbegrenzt.