SKORPIONE, SPINNEN, HUNDERTFÜSSLER

Skorpione
Skorpione kommen mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten vor. Sie sind nachtaktiv und verursachen schmerzhafte Stiche. Insgesamt sind von rund 1500 Arten nur etwa zwei Dutzend für den Menschen gefährlich. Bei diesen Arten, können Stiche zu gefährlichen Störungen des Nervensystems führen. Solche Arten leben in den südwestlichen USA und Mexiko, in Brasilien und Trinidad, in Nordafrika und im Nahen Osten, in Südafrika und auf dem indischen Subkontinent.

In Mexiko etwa kommen Skorpionsstiche auch mitten in den Grosstädten vor. Weltweit wird die jährliche Zahl der Todesopfer grob auf rund 5000 geschätzt, jedoch ist wie bei den Schlangen mit einer enormen Dunkelziffer zu rechnen, die jede Zahl fragwürdig macht. Zu den Vergiftungssymptomen nach Stichen gefährlicher Arten zählen Übelkeit und Erbrechen, Krämpfe, Schwitzen, Bluthochdruck, Atemstillstand und Herzversagen.

Der Giftapparat der Skorpione besteht aus einem Stachel am letzten Glied des Schwanzes, der mit zwei Giftdrüsen in Verbindung steht. Die Tiere sind nahezu blind und nicht aggressiv. Sie stechen, wenn sie gedrückt oder gequetscht werden, indem sie mit dem Schwanz den Giftstachel von hinten über den Kopf zu Einsatz bringen. Verschiedene gefährliche Skorpionarten leben in Häusern.

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Spinnen
Nahezu alle Spinnenarten haben mit Giftdrüsen versehene Mundklauen. Bei den meisten sind die Klauen allerdings zu klein um die menschliche Haut zu durchdringen, oder ihre Gifte zu schwach um nennenswerte Vergiftungen hervorzurufen.

Die Bisse verschiedener Arten können zu Gewebezerstörungen um die Bissstelle führen (Nekrosen). Einige wenige Arten können mit ihrem Biss Vergiftungserscheinungen im Nervensystem auslösen, wie sie weiter oben für die Skorpione beschrieben sind. Gefährlich für den Menschen sind verschiedene Arten der sogenannten Schwarzen Witwen (Latrodectus spec.), die Kamm- oder Wanderspinnen (Phoneutria spec.) oder die Braunen Spinnen Amerikas (Loxosceles spec.) sowie einige Trichterspinnen in Australien. Typisch für Vergiftungen durch Schwarze Witwen und Kammspinnen sind starke Muskelkrämpfe. Braune Spinnen verursachen schwere Gewebeschäden.

Verschiedene gefährliche Spinnenarten leben in Häusern.

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Hundertfüssler (Centipedes)
Einige tropische Arten von Hundertfüsslern erreichen eine Länge von über 20 cm. Diese flinken Jäger können mit ihren grossen Giftklauen schmerzhafte Bisse zufügen, es sind jedoch keine lebensbedrohlichen Symptome bekannt.

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Vorbeugende Massnahmen gegen Stiche und Bisse von Spinnen, Skorpionen und Hundertfüsslern

  • Nachts überall, auch im Haus, mit Licht gehen und nie in unübersichtliches Dunkel greifen.
  • In Tropengebieten Kleider und Schuhe nicht auf dem Boden deponieren und vor dem Anziehen gut ausschütteln. Schuhe kräftig ausklopfen.
  • Sauberkeit im und um das Haus vermindert die Dichte von Insekten, welche wiederum Spinnen und Skorpione anziehen .
  • Ritzen und Löcher auch in Wohnungen sind Verstecke für Skorpione und einige Spinnen und sollen dicht verschlossen werden. Glattes verputzen von Wänden und guter Unterhalt von Gebäuden ist in Regionen mit gefährlichen Arten empfehlenswert.
  • Ein Saum glatter, senkrecht ans Haus gemauerter Kacheln, sowie Abdichten von Türen und Fenstern (wie gegen Stechmücken) vermindern das Eindringen von Skorpionen, Spinnen und Hundertfüsslern
  • Moskitonetze schützen nachts im Bett auch vor Skorpionen und Spinnen.

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Erste Hilfe bei Skorpionsstichen und Bissen durch Spinnen und Hundertfüssler

  • Ruhe bewahren, Patienten lagern und beruhigen. Skorpionsstiche und Spinnenbisse verursachen oft Erregungszustände
  • Ruhigstellung der Betroffenen Gliedmasse mittels Schienung
  • Kühlung der Bissstelle verschafft bei Schmerzen Linderung
  • Schonender Transport zum nächsten Arzt
  • Vermeidung schädlicher Massnahmen (siehe Giftschlangen)

Bisse und Stiche durch Skorpione, Spinnen und Hundertfüssler ereignen sich oft in besiedelten Gebieten, wo Transportmöglichkeiten und ärztliche Behandlung in der Regel rasch erreichbar sind. Ist dies der Fall, soll auf das Anlegen einer Staubinde verzichtet werden. Dauert der Transport zum Arzt voraussichtlich über 2 Stunden und ist eine Gliedmasse betroffen, soll diese wie bei Schlangenbissen bandagiert werden (s. Giftschlangen).