Basel Composition Competition (1/2)

Wir senden das Schlusskonzert vom 24. Februar 2019 mit Werken der prämierten KomponistInnen des Wettbewerbs.

Im Gedenken an den Dirigenten und Mäzen Paul Sacher, der das Basler Musikleben entscheidend geprägt hat und in dessen Auftrag viele wichtige Kompositionen des 20. Jahrhunderts entstanden sind, veranstaltet die Artistic Management GmbH in Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung zum zweiten Mal die «Basel Composition Competition».

Unter der Leitung des Jurypräsidenten Wolfgang Rihm stellen spannende Komponistinnen und Komponisten des 21. Jahrhunderts im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs neue Werke vor. Uraufgeführt werden sie vom Kammerorchester Basel, vom Sinfonieorchester Basel und von der Basel Sinfonietta.

In der kommenden Woche, am 6. März, hören Sie eine Auswahl aus den Wettbewerbskonzerten vom 20. bis zum 23. Februar.

MANUEL MARTÍNEZ BURGOS

DAIV?T ist ein sanskritisches Wort und bedeutet «die Zeit, die sich der Erinnerung entzieht». Diesem Gedanken folgend, behandelt die Komposition Erinnerung und Vergessen als zwei Seiten einer Medaille. Die Verzahnung der beiden Elemente verleiht dem Werk seine Dynamik. In diesem Stück sind demnach sowohl die Erinnerung, als auch das Vergessen Determinanten der kompositorischen Verarbeitung.

TAKUYA IMAHORI (3. Preis)

CON MILLE FIORI CHE SBOCCIANO COSÌ BELLI - Mit tausend Blumen, die so schön blühen
Seit jeher interessieren, beeinflussen und beeindrucken mich Pflanzen, insbesondere kleine Blumen, die man auf Feldern, an Berghängen, Flussufern und dergleichen bewundern kann. Dieses Stück besteht aus 11 Abschnitten in der Form von Variationen. Jede Pflanze vermittelte mir Anregungen durch ihre Gestalt, die Zahl der Blüten- und Laubblätter usw.
Alle Blumen versammeln sich in einem Garten, der die zeitlichen Grenzen sprengt. Damit sind zwei Dinge gemeint: Zum einen geht es um die Zusammenführung vieler Blumen der gleichen Jahreszeit, zum anderen darum, dass für viele Teile des Orchesters ein eigenes Tempo gilt, das vom Tempo des Dirigenten unabhängig ist. Das Werk soll zusammen mit meinem Klarinettenkonzert «De Avibus Dialogum» (Zwiesprache der Vögel, 2017) und dem zweiten Klavierkonzert, an dem ich gerade arbeite, eine Trilogie bilden.

BENJAMIN SCHEUER (1. Preis)

Das Stück «versungen» handelt von fehlerhaften Melodien. Das Orchester hat hier die Aufgabe zu «sprechen » und zu «singen»; es erforscht die narrativen Eigenschaften der musikalischen Linie und der Gestik. Doch wie schon aus dem Titel hervorgeht, sind die in diesem Stück erklingenden Melodien alles andere als perfekt. Eine elegante Linienführung und vollendete Gesangskunst sucht man hier vergebens. Erkundet wird stattdessen die fragile Schönheit eines verfremdeten «Ohrwurms», eines Songs, den man irgendwo aufgeschnappt hat, dessen exakte Melodie einem aber nicht mehr gegenwärtig ist.

THOMAS MATTENBERGER

Das Orchesterstück «labyrinth» ist monochrom instrumentiert. Die hier vorliegende Orchesterklangfarbe erfährt auf den ersten Eindruck in ihrer hohen, konstanten Dichte im Verlaufe des ganzen Stücks keine Veränderung. Bläser und Streicher verschmelzen bei ständig gleichbleibender Dynamik gänzlich miteinander.

ALEX NANTE (2. Preis)

Das Werk «Helles Bild» basiert auf Wassily Kandinskys 1913 entstandenem Gemälde «Helles Bild». Die Bildaufteilung, die aufwärtsstrebenden Figuren und die Vielzahl der Elemente werden im Verlauf der Komposition unterschiedlich musikalisch verarbeitet. Das Stück ist in hektisch aufblitzende Teile untergliedert, die sich im Gesamtwerk zu einem grossen Mosaik von «Lichtfragmenten» zusammenfügen.

Redaktion: Florian Hauser