Neues vom Festival «Ear We Are» in Biel

Wo geht das Wort in Klang über, wo der Klang ins Wort? Die Stimme und das Wort, der Körper selbst als Klangraum ist der inhaltliche Schwerpunkt der achten Ausgabe des Ear We Are Festival for improvised music. Wir senden einen Querschnitt durch das Programm vom 9. Februar 2013.

Die Südkoreanerin Okkyung Lee besticht mit einer eigenständigen Stimme, die auf zeitgenössischen Cellotechniken und grossen Erfahrungen in Improvisation und Komposition aufbaut. Da verschmilzt Jazz mit traditioneller koreanischer Musik und Geräuschen.

Den Gitarristen Roman Nowka kennt man als vertrackten Groover und verqueren (Bass-)Melodiker von Bands wie Lucien Dubuis Trio und früher Reto Weber's Squeezeband. Mit «Me, Myself and I» legt er zum ersten Mal ein Solo-Album vor. Und was für eines - verspielt, humorvoll, poetisch, voller Ecken, Kanten und Überraschungen.

Er nennt sich Anartiste und ist einer der ganz Grossen der Westschweizer Szene, der Chansonnier, Pianist und Künstler Pascal Auberson. Beim Ear We Are gastiert der Musiker mit dem Gitarristen Laurent Poget und dem eher aus Hip-Hop-Projekten wie Stade bekannten Schlagzeuger Christophe Calpini an den E-Drums. Eine Mischung aus zartem Pop, kraftvollem Chanson und verspieltem Experiment.

Der Gitarrist Marc Ribot prägte mit seiner unverwechselbaren Art Werke von John Zorn, Elvis Costello oder Robert Plant. Am Ear We Are wartet er mit seinem eigenen Trio auf, Ceramic Dog - mal zuckersüss, mal brachial .

Und mit Keith Rowe kam ein Pionier der experimentellen englischen Musikszene zum Ear We Are 2013. Feine Klangskulpturen, minimal und reichhaltig an Farben, präzise in der räumlichen Gestaltung und abgründig poetisch.

Redaktion: Cécile Olshausen