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Portraitaufnahme der Chat-Experten
Legende: Lea Furrer, Dr. Christian Rohrmann und Delia Schreiber SRF
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Wie sag ich's meinem Arzt? «Gibt es eine Ombudsstelle für Patienten?»

Lea Furrer, Christian Rohrmann und Delia Schreiber haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

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Chatprotokoll

Wie sage ich das ich anti depp riskant nicht mehr will

Christian Rohrmann: Meinen Sie ein Antidepressivum ? Reden Sie offen mit Ihrem Hausarzt und artikulieren Sie Ihr Unbehagen mit diesem Medikament, ganz wichtig ist zusammen einen Behandlungsweg zu finden ! Sie müssen sich ganz klar mit der Behandlung identifizieren können.

Was mache ich mit einem Arzt, der mir vorwirft ich lese zuviel im Internet, das sei nicht gut. Und dürfe nicht immer reinreden und Vorschläge bringen. Ich hätte immer das Gefühl ich müsse auch noch Vorschläge bringen. Das sei ein klares Zeichen, dass ich seine Fachkompetenz in Frage stelle.

Delia Schreiber: Vielleicht könnten Sie ihm freundlich erklären, dass es gut für Ihr Sicherheitsgefühl ist, wenn Sie verstehen, worum es bei Ihrer Erkrankung geht und was dass Sie gerne selbst etwas für sich tun würden. Sie könnten sich selbst vor der Konsultation auch fragen, was genau Sie am meisten überzeugt, bewegt etc. von dem im Internet gelesenen und Ihren Arzt nur mit wenigen sehr prägnanten Infos aus dem Netz zu konfrontieren.Sie könnten sich auch fragen, ob sie gewissen Fragen lieber Ihrem Arzt stellen, statt im Netz zu surfen. Dafür muss er sich dann halt zur Verfügung stellen :)

Eigentlich würde ich gerne meinen Hausarzt wechseln. Aber ich traue mich nicht, meine Unterlagen zu verlangen.

Lea Furrer: Ihr Hausarzt ist rechtlich verpflichtet, Ihnen Ihr vollständiges Patientinnendossier auf Wunsch jederzeit auszuhändigen. Inklusive Bilder, Befunde, Laborwerte. Sie müssen ihm keine Begründung dafür geben und können es auch schriftlich verlangen.

In der Puls-Sendung vom 27.2. mahnten 3 Spezialisten, dass Fluorchinolone nur als Ersatz und in Notfällen eingesetzt werden sollen.In einem weiteren Bericht der ARD rieten drei weitere Experten dasselbe.Als mir der Urologe nun Ciprofloxacin (Indikation:Prostatitis) verschrieb,wies ich ihn auf die Sendungen hin.Der Urologe meinte,dass Mediziner - um ins Fernsehen zu kommen - möglichst dramatische Aussagen machten.Ich solle weniger fernsehen. Raten Sie mir auch, nicht mehr "Puls" zu schauen?

Chat-Admin: Wir raten Ihnen, kritisch zu sein und im Zweifelsfall eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt einzuholen.

Ich bin im Internet suf eine interessante Studie gestossen. Wie finde ich heraus, ob sie vertrauenswürdig ist, bevor ich meinen Hausarzt damit "belästige"?

Christian Rohrmann: Es gibt spezielle websides die reviewt sind, zb cochrane librairie oder pubmed, weiterhin websides von medizinischen Fakultäten. In der Schweiz ist Pharma Kritik bzgl. Medikamenten eine unabhängige Instanz die Sie auch online kontaktieren können.

Es sollte dringend eine neutrale, verlässliche Auskunftsstelle zu medizinischen Fragen geben.

Delia Schreiber: Gute Idee... Aber wie? Wäre evt. mal eine Aufgabe für einen cleveren Thinktank...

Ich finde, mein Arzt weiss über mein Leiden weniger gut Bescheid als ich. Aber ich fühle mich nicht ernstgenommen.

Lea Furrer: Wenn das Gefühl aufkommt, vom Arzt nicht ernst genommen zu werden, sollten Sie ihn direkt und konkret darauf ansprechen. Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor. Notieren Sie Fragen, Ziele und Wünsche und nehmen Sie die Notizen in die Besprechung mit. Wenn alles nichts hilft, können Sie jederzeit eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt einholen.

+++Tagebuch zu den Symptomen führen: Veränderungen, neue, weg. 5 für Sie wichtige Fragen vorbereiten und alles dem Arzt ein paar Tage vor dem Termin zusenden. So können Sie ein fokussiertes Gespräch führen und das Beste aus der kurzen Konsultation machen und das Beste aus Ihrem Arzt holen. Viel Glück!+++

Habe Nebenwirkungen von meinen Medikamenten. Mein Arzt geht überhaupt nicht darauf ein wenn ich ihn darauf anspreche. Hatte vor drei Jahren das selbe Medikament mit den gleichen NW, da hat er kurz gemeint ja könnte sein, wir schauen dann noch, Thema wurde nie wieder angesprochen. Ausserdem dosiert er meine Medikamente kreuz und quer. (Laborwerte deutlich verbessert bei niedrigerer Dosierung trotzdem wieder hohe Anfangsdosis bei SD-ÜF) fühle mich nicht wirklich ernst genommen.

Christian Rohrmann: Ja, sagen Sie Ihrem Arzt das Sie so nicht zufrieden sind ! Wichtig ist das Sie das Thema nochmals ansprechen, vielleicht realisiert Ihr Arzt nicht das Sie diesbezüglich ein Problem haben. Einerseits ist ja die Diagnose wichtig und andererseits eine wirksame und gut verträgliche Therapie ! Sie müssen die therapeutischen Ueberlegungen nachvollziehen können, hier sollte Ihr Arzt sich mit erklären engagieren.Meistens gibt es bei Nebenwirkungen eine Alternative.

Die DGPPN einerseits und die Arzneimittelkommission der deutschen Aerzteschaft (AKDAE) andererseits streiten sich öffentlich darüber, ob mit Antidepressiva Selbstmorde verhindert werden können.Die AKDAE sagt nein. Grund: die 6 grössten Studien zum Thema fallen negativ aus. Die DGPPN bejaht. Grund: eine siebente Studie, die positiv ausfalle. Damit widersprechen sich zwei der bedeutendsten und angesehensten Fachgesellschaften Deutschlands. Wem soll man glauben?

Delia Schreiber: Die Frage ist immer, welche Gruppe von Menschen man testet - da fallen dann die Ergebnisse jeweils anders aus. Die Frage ist auch, wer die Studie finanziert... Die Frage ist auch, welcher Art die Depression ist und wie schwer und wie sie zusätzlich noch via Komplementärtherapie oder Psychotherapie behandelt wird. Eine grosse Gefahr bei gewissen Antidepressiva besteht, dass einige von ihnen zuerst den Antrieb steigern, bevor es die Stimmung hebt. Die PatientInnen haben dann plötzlich genügend Energie, sich das Leben zu nehmen.

Darf ich bei Arztwechsel meine Unterlagen (röntgenbilder) zu meinen neuen Arzt mitnehmen? Wie gehe ich am besten vor?

Lea Furrer: Die Bilder gehören Ihnen. Fordern Sie ihren Arzt auf, sie Ihnen mitzugeben oder die Bilder direkt dem neuen Arzt zu schicken.

Ich habe meine Ärztin bereits gewechselt. In den Akten ist eine Bemerkung, betreffend einem Unfallhergang, der so nicht stimmt. Darf ich diese Beschreibung korrigieren?

Lea Furrer: Sie dürfen bei der ehemaligen Ärztin eine Korrektur des Berichtes verlangen oder die jetztige bitten die Änderung vorzunehmen.

Darf mir der Arzt ohne mein Wissen cocain spray in die Nase sprühen?

Delia Schreiber: Nein

Ich musste wegen Haarausfall und starken Schuppen eine Blutuntersuchung machen,leider bekam ich das Ergebnis nur unklar,z.b. Der Blutzucker ist nicht ganz gut was soll ich davon halten ?

Lea Furrer: Sprechen Sie Ihren Arzt auf den Laborwert direkt an und lassen Sie sich die Befunde genau erklären. Getrauen Sie sich auch ein zweites Mal zu fragen, wenn Ihnen die Antwort nicht klar ist.

Aktives zuhören könnte bei vielen Arzt-Patientengespächen mehr Klarheit liefern! Wenden die Ärzte diese wichtige Komm.technik zu wenig an.?

Delia Schreiber: Ärzte sind sogar sehr auf aktives Zuhören geschult - nur fokussieren sie auf die Krankheit im Patienten und nicht auf den Patienten in der Krankheit. Was meiner Meinung nach Ärzten nach wie vor nicht beigebracht wird, ist das RICHTIGE Fragen stellen. Mit richtig meine ich das sehr fokussierte, patientenzentrierte Fragen aus der systemischen Kultur, die leider die ganze medizinische Landschaft noch nicht erreicht hat.

Ich habe den Arzt nach etwa 20 Jahren gewechselt. Wie ist es eigentlich mit all den Patientendaten/Informationen über Krankheiten/Behandlungen, die ein Arzt während der Zeit gesammelt hat? Diese Informationen wären doch unter Umständen wichtig für künftige Diagnosen eines anderen Arztes? Kann man die Daten einfordern und dem nächsten Arzt übergeben?

Lea Furrer: Das Patientinnendossier gehört Ihnen. Es ist Ihr Recht und auch sinnvoll, das Dossier beim ehemaligen Arzt einzufordern und zu Ihrem neuen Arzt mitzunehmen.

Ich wohne als Wochenaufenthalter in Genf und habe Probleme mich präzise genug einem französisch-sprachigen Arzt gegenüber auszudrücken und diesen zu verstehen. Wie finde ich an einem Ort wie Genf einen deutsch-sprachigen Arzt (Muttersprache)?

Delia Schreiber: Google. Dann gibt es die Möglichkeit auf www.doktor.ch in ihrer Umgebung zu schauen, welche Ärzte es gibt. Und ich würde sämtliche Bekannte in Genf darauf ansprechen, wer einen guten deutschsprachigen Arzt kennt.

Guten Abend, ich traue Aerzte gar nicht mehr weil ich Diabetes 2 habe und wenn ich Gesundheitliche Probleme habe, sagen sie immer, dass es am Diabetes liegt (sogar mal nach ein Unfall und da sah der Arzt nicht, dass mein Handgelenk gebrochen war, erst nach mehrere Gejammer, hat er es gesehen und gesagt es sei jetzt sowieso zu spät. Ich habe schon 3 Male den Arzt gewechselt. Anfangs geht es gut aber nach einige Monate zeigen sie kein Interesse mehr. Soll ich wieder wechseln?

Lea Furrer: Wenn das Gefühl aufkommt, vom Arzt nicht ernst genommen zu werden, sollten Sie ihn direkt und konkret darauf ansprechen. Sofort den Arzt wechseln, bewirtschaftet unter Umständen das Problem. Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor. Notieren Sie Fragen, Ziele und Wünsche und nehmen Sie die Notizen in die Besprechung mit. Nehmen Sie eine Vertrauensperson mit. Wenn es niemanden gibt, können Sie bei uns für eine Begleitung anfragen.

Meine Hausärztin schaute immer wieder auf die Uhr und nimmt sich keine Zeit. Alles muss schnell gehen. Ist das normal? Auch schrieb ich Notizen und Fragen auf. Bekam zwar die Antworten, konnte dies aber nicht lesen.

Christian Rohrmann: Offensichtlich war Ihre Hausärztin gestresst. Vielleicht wäre es sinnvoll mit der Arztgehilfin einen längeren Termin zb. 30 Min in einer eher ruhigen Praxisphase (die Praxis-Assistentin wissen meist es weniger hektisch ist) abzumachen. Wenn das Wartezimmer voll ist und noch Notfälle da sind fehlt leider häufig die Zeit um auf Alle Probleme gründlich einzugehen.

Ich hatte nach 20 Jahren meinen Zahnarzt wechseln müssen. Der neue sagte das er diverse Sachen reparieren muss was nicht korrekt gemacht wurde. Ich bin jetzt daran diese zu machen mit der Erkenntnis, dass ich jetzt mehr schmerzen habe als vorher. Wie kann man da vorgehen, Mein Vertrauen ist ein bisschen angekratzt. Ersten muss es wirklich sein und zweitens ist es richtig gemacht.. Zu meiner weiteren Frage... gibt es eine Stelle wo das neutral anschaut zu fairen Preisen.? Besten Dank

Christian Rohrmann: Ich finde es immer schwierig die Arbeit von Kolleg/innen zu bewerten und kann Ihre Verunsicherung gut nachvollziehen. Eine Möglichkeit für eine fundierte Zweitmeinung wären die Zahnarztinstitute der Universitäten, diese sind vor allem hinsichtlich der Ausbildung des Nachwuchses engagiert und sicher fachlich auf dem neusten Stand.

Grüezi mitenand. Ich bin schon seit 2011 beim gleichen Arzt ion Behandlung. Er diagnostizierte bei mir nach einer Darmspiegelung und Verdauuungsproblemen einen Collitis Ulcerosa. Ich bekam nach zwei Medis : Salofalk und Immurek. Die Medis sind gut eingestellt, jedoch habe ich beim Immurek (Immunsupressor) so meine Vorbehalte unbd äsussere diese immer wieder. Der Arzt meint dann nur: dass es keienen Sinn macht etwas zu ändern. Ich denke dabei einfach, dass er nichts ändern will. Was soll ich tu

Lea Furrer: Bitten Sie den Arzt, Ihnen ganz konkret zu begründen, warum er an der Medikation nichts ändern will oder fragen Sie gezielt nach Alternativen. Äussern Sie Ihre Sorgen auch konkret, sagen Sie welche Vorbehalte Sie ganz genau haben. Falls dies auch nichts nützt, haben Sie immer die Möglichkeit, eine Zweitmeinung einzuholen.

Ich habe von Natur aus Mühe Vertrauen zu Ärzten zu finden. Nun ist es so, das wenn ich zum Arzt gehe, (Hausarzt, Kardiologe oder sonst...) kommt IMMER die Antwort es sei Psychosomatisch. Ich kriege irgend ein Medikament ohne, dass er irgendwas konstruktives fragt oder untersucht. Nach 5 Minuten bin ich draussen. Ich habe mehrfach einfach so Termine gemacht um Differenzen zu klären. Aber da wurde ich abgeklemmt und war gleich weit wie vorher. Ich kann doch nicht jedes Jahr den Arzt wechseln

Delia Schreiber: Realistischerweise müssen wir davon ausgehen, dass noch längst nicht alle Krankheiten ausreichend beschrieben und erforscht sind. Früher wurde die Psyche in der Medizin nicht ernst genommen, in den letzten Jahren könnte man den Eindruck gewinnen, dass man sein Unwissen hinter ihr verstecken kann. Es ist völlig in Ordnung, wenn Ärzte nicht alles wissen, aber sie sollten dazu stehen und Sie weiterverweisen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass es NICHT psychosomatisch ist, bestehen Sie auf weiteren Abklärungen. Eine weitere Möglichkeit: wenden Sie sich an einen Komplementärmediziner, wie z.B. einen gut (!) ausgebildeten TCM-Arzt. Oft können Komplementärmediziner bei Krankheiten etwas machen, wo die Schulmedizin versagt. Der Grund: sie brauchen keine medizinischen Diagnosen, nur Befunde und sie betrachten den menschlichen Organismus als Ganzheit.

Wie kann finde ich einen neuen guten Hausarzt, der angagiert ist und bei dem ich mich wohl fühle? Auf was soll ich achten?

Delia Schreiber: Fragen Sie erstmal rum, wer Ihnen einen guten Hausarzt empfehlen kann. Achten Sie darauf, ob er sich Zeit nimmt, ob er Sie anschaut oder eher in seinen Computer starrt. Bestehen Sie darauf, dass die Konsultation ungestört verläuft. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl: fühle ich mich verstanden, respektiert und gehe ich mit einem guten Gefühl aus der Praxis? Suchen Sie sofort das Weite, wenn Sie sich abwertende Bemerkungen anhören müssen.

Ich hatte starke Rückenschmerzen und bin deshalb zum Arzt gegangen. Da ist rausgekommen, dass der Wirbelbogen abgebrochen ist und ich wurde dann operiert, da alle anderen möglichen behandlungen nicht geholfen haben. Ich habe jetzt immer noch sehr starke Rückenschmerzen, mein Arzt sagt zwar immer dass das nicht normal ist aber er unternimmt nichts dagegen. Was soll ich tun?

Christian Rohrmann: Sprechen Sie nochmals mit Ihrem Arzt, möglicherweise ist das Hinzuziehen eines Spezialisten sinnvoll. Wichtig ist auch ein Behandlungskonzept, also welche Therapie, Medikamente, evtl. Physiotherapie und auch ein zeitlicher Rahmen das Sie wissen wann mit welchen Fortschritten zu rechnen ist.

Von meinem Arzt habe ich für meine Beschwerden eine Diagnose erhalten, die mich "ernüchtern" soll. Scheinbar lagen die Auslöser der Beschwerden auf psychischer Ebene. Ich bin allerdigs nicht der Überzeugung, dass das sein kann. Inwiefern ist es nun sinnvoll, eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt einzuholen?

Lea Furrer: Verlangen Sie vom Arzt eine Erklärung, warum er diese für Sie fragliche Diagnose gestellt hat. Wenn er auf der Richtigkeit der Diagnose besteht, muss er das medizinisch begründen, andernfalls muss er sie korrigieren oder wenn er sie nicht bestätigen kann, die nötigen Abklärungen treffen. Wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, können Sie eine Zweitmeinung einholen.

Seit 14 Monaten bin ich wegen Blutarmut und Eisenmangel in Behandlung (männlich, 25jährig). Bis heute ist keine Diagnose gestellt, fühle mich im Alltag und beim Sport gut. Was kann/soll ich tun?

Delia Schreiber: Holen Sie sich eine zweite Meinung ein und bestehen Sie darauf, dass die Ursache für Blutarmut und Eisenmangel abgeklärt wird. Versuchen Sie es parallel zu Schulmedizin mal mit einer komplementärmedizinischen Behandlung.

Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr meinen Hausarzt gewechselt, weil ich mich von ihm überhaupt nicht verstanden gefühlt habe und er zum Teil sehr unfreundliche Äusserungen gemacht hat. Ich habe meine Unterlagen verlangt, er hat mir aber nur einen kurzen Bericht für den neuen Arzt mitgegeben.Es hat mich sehr viel Überwindung gekostet um die Unterlagen zu bitten und ich habe mich nicht getraut darauf zu bestehen. Kann ich das Patientendossier nachträglich verlangen, oder wird das vernichtet?

Lea Furrer: Ihr Patientinnendossier muss vom Arzt mindestens 10Jahre aufbewahrt werden. Solange haben Sie Zeit, es einzufordern. Dies können Sie auch schriftlich tun. Wenn Sie sich dabei unsicher fühlen, können Sie auch einen Termin bei der Patientenstelle Zürich vereinbaren und wir können Sie dabei unterstützen.

Sehr geehrte Damen und Herren, Im Gesundheitstipp vom März 2017 wird der Nutzen von Cholesterinsenker in Frage gestellt. (Bei gesunden soll der Nutzen bei 2% liegen). Muss ich den Arzt fragen, wieso er mir Cholesterinsenker verschreibt? Oder soll ich ihm bei der nächsten Konsultation den Bericht übergeben. Ich bin verunsichert. Besten Dank für Ihre Meinung. FG J. H.

Delia Schreiber: Wenn ich Sie richtig verstehe, möchten Sie wissen, ob und weshalb der Cholesterinsenker bei Ihnen etwas nützt. Stellen Sie diese Frage ungeniert Ihrem Arzt und bitten Sie ihn um eine nachvollziehbare Antwort. Ein Tipp: wenn Ihnen ein Medikament verschrieben wird, gehen Sie damit schnurstracks zum Apotheker - diese Leute haben Pharmakologie studiert und haben ein grosses Wissen über Medikamente. Fragen Sie dort einmal nach, was dieser davon hält. Falls Sie weitere Medis einnehmen, zeigen Sie ihm auch diese. Medikamente können sich gegenseitig verstärken oder schwächen oder neue Symptome erzeugen.

Ich habe Arthrose in der HWS. Vor 1,5 Jahren hatte ich einen Unfall beim Baden im Meer. Mir schlug eine Welle in die HWS und ich hatte 2 Bandscheibenvorfälle. Diese sind inzwischen wieder ok, aber ich habe immer noch starke Schmerzen und wenn ich mit dem rechten Arm arbeite, habe ich ein starkes Kribbeln wie bei einem Stromschlag. Röntgen und MRI haben die Arthrose bestätigt, aber der Neurochirurg will nicht operieren. Er meint, Verbesserung sei etwa nur ca. 70 % zu erzielen. Statt dessen weiter

Christian Rohrmann: In der Tat ein schwieriges Problem ! Versuchen Sie mit Ihrem Hausarzt ein Therapiekonzept zu erarbeiten. Muss hinsichtlich Diagnose noch weiter abgeklärt werden oder sind Ihre Beschwerden klar erklärbar und mit welcher Therapieform bestehen die besten Aussichten auf eine Verbesserung ? Sollte noch eine Zweitmeinung eines anderen Spezialisten eingeholt werden ? Was ist hinsichtlich einer Besserung realistisch zu erwarten ?

Bin im HMO Modell und darauf angewiesen, dass der Arzt mich überweist. Seit 1 Jahr habe ich sehr starke Atemprobleme. Habe bis jetzt x Unters. gemacht(alle auf Verlangen von mir). Keine Ergebnisse. Jedem Spezialisten hat mein Hausarzt ein Schreiben geschickt. Der Letze war ein Kardiologe. Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass er mich nach dem Lesen desselben, gar nicht ernst nahm und mir auch keinerlei Fragen stellte. Bin ich berechtigt vom Hausarzt diese Schreiben zu verlangen?

Lea Furrer: Ja, Sie dürfen die Überweisungsschreiben von Ihrem Arzt verlangen. Jede Korrespondenz, die Ihr Arzt mit und über Sie führt, dürfen Sie einsehen. Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, nehmen Sie eine Vertrauensperson zu der nächsten Besprechung mit oder melden Sie sich bei der Patientenstelle. Auch wir können die Dossiereinsicht für Sie beantragen oder Ihr Dossier prüfen.

Habe meinen Arzt 17 Jahre vertraut , eigentlich ein Vertrauensverhältnis " per Du "'nach Schlaganfall überwies er mich an Prof. Candinas zur Ablationn, .. Er verweigerte die Behandlung .. wie ich dann aus meinem Bericht sag , hatte mein so liebgewonnener Arzt als " Hypochonder " bezeichnet ...,für mich brach eine Welt zusammen ... wurde dann aber von Prof , Oswald in der Uniklinik Basel erfolgreich operiert . Als ich meinen damaligen Arzt darüber sprach , flog mein Dossier herüber zu mir ...

Delia Schreiber: Autsch - ich kann mir vorstellen, dass Sie das im wahrsten Sinne des Wortes getroffen hat. Für mich sagt das mehr über den momentanen Zustand Ihres Arztes aus als über Sie. Vergessen Sie nicht: auch Ärzte sind Menschen, die unter massiven Stress geraten können, die Lebenskrisen, Depressionen und Wesensveränderungen haben können. Ich empfehle Ihnen, dankbar zu sein für die 17 guten Jahre und die für Sie nicht erklärbaren Äusserungen Ihres Arztes nicht auf sich selbst zu beziehen. Ich glaube, mit Ihnen hatte das wenig zu tun...

Mein Hausarzt will mir Medikamente verschreiben um den Cholesterinspiegel(grenzwärtig) zu senken, das ich nicht möchte. Per zufall habe ich auch einen Artikel gelesen über den Nutzen dieser Tabletten. Wie muss ich vorgehen, dass mein Hausarzt meine Einstellung akzeptiert?( Ausser einen zu hohen Blutdruck bin ich gesund) Vielen Dank

Delia Schreiber: Konfrontieren Sie Ihren Hausarzt mit Ihren Bedenken und bitten Sie ihn um eine alternative Medikation. Vielleicht kann er Ihnen auch nochmals verständlicher seine Risiko-Nutzen-Abwägung erklären.

Mein Arzt hat mir Bluttest bon fast 600 Fr gemacht. Resultat zu wenig Vitamin b12.Es seien ca. 10 Spritzen notwendig. Auf meine eher unglaubwürdige Reaktion sagte der Artzt: Wir probieren Mal mit 5. Meine Werte waren 124. Muss ich eine Spritzentherapie machen? Wie viel bezrägt einen normalen Wert bei einer 60 jährigen Frau. fanke für die Antwort.

Christian Rohrmann: Der Vit B 12 variiert je nach Labor, meist ist über 240 ok. Mir erscheint jedoch ganz wichtig sich zu überlegen wieso Ihr Vit B 12 Wert zu tief ist !! Liegt es an der Ernährung, liegt eine Krankheit des Magens oder des Darms vor oder anderes, hier besteht Gesprächsbedarf mit Ihrem Hausarzt. Wichtig ist das Vit B 12 einen Eiweisskörper braucht der im Magen produziert wird und so zusammen mit dem Vit B 12 im Darm aufgenommen wird. Wenn das nicht mehr funktioniert kann man dies mit der Vit B12 Gabe in den Muskel (Spritze) umgehen, vorderhand reichen ws. 5 Spritzen zum aufstocken des Vit B 12 Depots.

Mein Vater (55) leidet seit mehr als einem Jahr an schweren körperlichen Symptomen wie Schwäche, Müdigkeit, tiefem Blutdruck, Husten, Atemnot, Entzündungsgefühl auf der Brust, usw... Nach vielen Abklärungen fanden die Ärzte keine medizinische Ursache. Ihre Erklärung: Die körperlichen Symptome sind psychischen Ursprungs. Mein Vater fühlt sich jedoch psychisch gesund. Soll er die Meinung der Ärzten akzeptieren, oder soll er auf weitere Ablärungen bestehen?

Delia Schreiber: Sie kennen Ihren Vater und können sicher recht gut einschätzen, ob er sich psychisch sehr verändert hat. Aber allein schon Müdigkeit kann einen Menschen in seinem Ausdruck sehr verändern. Bestehen Sie auf weiteren Abklärungen.

Falls ich den Arzt frage, warum er für die eingeschlagene Medikamentation ist, musste ich zu hören bekommen, dass es ihm schon bekannt sei, dass meine Familie Mühe habe mit Medikamenten (meine Tochter war auch kurze Zeit beim selben Arzt in Behandlung,lehnte aber eine medikamentöse Therapie von ihn ab). Ich ging nicht auf diese Bemerkung ein, äusserte aber meine Bedenken gegen meine Standarttherapie (so seine Bezeichnung). Er meint auch, dass ich jedesmal meine Bedenken sage. Also hat er es gehö

Lea Furrer: Sie müssen Ihrem Arzt konkret begründen, warum Sie Zweifel haben. Beziehen Sie sich auf Studien? Haben Sie Nebenwirkungen? Kennen Sie eine Alternative, welche Sie bevorzugen würden? Warum ganz konkret sind Sie mit der "Standardtherapie" nicht einverstanden.

Gibt es eine Ombudsstelle für Patienten?

Lea Furrer: Sie können Sich mit Ihrem Anliegen gerne bei uns an der Patientenstelle melden und einen Beratungstermin vereinbaren.

Ich bin im Clinch mit den Damen vom Labor bei meinem Hausarzt. Sie bringen es nicht fertig mir Blut zu nehmen. Darf ich verlangen, dass dies ausschliesslich der Hausarzt macht? Wenn ich dies wünsche, muss ich länger auf einen Termin warten. Bei mir muss regelmässig die Schilddrüse und das Ferritin untersucht werden.

Delia Schreiber: Versuchen Sie es gar nicht erst oder schaffen sie es tatsächlich nicht. Fragen Sie vielleicht erst die Damen vom Labor, welche Lösung sie vorschlagen, damit Sie regelmässig zu Ihren Laborwerten kommen. Wenn die Damen nicht mit einer Lösung aufwarten können, bitten Sie Ihren Arzt um einen Lösungsvorschlag. Machen Sie keine Vorschläge, sondern legen Sie unemotional und sachlich die Tatsachen dar und bitten Sie um eine Lösung.

Ich leide an Schilddrüsenunterfunkion und nehme Eltroxin. Das ist gut und hilft mir. Zudem habe ich ein Satin gegen meinen erhöhten Cholesterin,das ich nicht ertrage. Ich fragte den Arzt ob ich das Medikament nicht absetzten könne, da man heute aus guten Studien wies dass diese Medikamente mehr schaden als nutzen. In den USA kann man gegen die Hersteller dieser Medi klagen. Die Nebenwirkungen werden nicht deklariert. Soll ich meinen Arzt wechseln, er will nichts wissen von Nebenwirkungen?

Christian Rohrmann: Schlussendlich müssen Sie als Patient entscheiden welche Medikamente Sie nehmen ! Es gibt gute Gründe zu einer Statintherapie zu raten, es gibt auch verschiedene Statine mit einem unterschiedlichen Nebenwirkungsspektrum. Im Internet grassieren diesbezüglich viele fake news grade aus Amerika, glauben Sie nicht Alles ! Mir erscheint es ganz wichtig das für und wieder einer Statintherapie mit Ihrem Hausarzt zu besprechen so das Sie dann nach einer guten Beratung entscheiden was für eine Medikation Sie wollen.

Es ist keine Frage, aber ich habe Telemed, es ist sehr kompetent und man kann seine Wünsche anbringen, ohne unnötige Medikamente und Konsultationen und die Rechnungen sind human.

Lea Furrer: Super, das freut uns zu hören.

Meine Ärztin hat mir Rheuma Medis gegeben. Sie weiss, dass ich SSRI`s nehme, die ich laut Beipackzettel nicht zusammen mit Rheuma Medikamente nehmen darf. Das sei kein Problem, meint sie. Ich bin 86 jährig. Was stimmt nun? was soll ich nun glauben?

Delia Schreiber: Nehmen Sie alle Medis, die Sie nehmen müssen zu einem Apotheker und bitten Sie ihn um seine Meinung. Sollte er völlig anderer Meinung sein als Ihr Arzt wäre es gut, wenn Sie diesen damit konfrontieren - mit all der Souveränität Ihrer Lebenserfahrung.

Als Lebenspartner eines multikomplexen Leidensweges (Langzeit-Lupus mit meheren Organproblemen) meiner Partnerin erlebe ich nebst Schönem (insb Pflegebereich) m.E. sehr schlechte Kommunikationskultur im Ärztebereich der Spitalabteilungen im Uni-Spital u, v.a. der Kinik Davos. Meine immer auch schriftlich abgebenen Einschätzungen wurden kaum bis nicht wahrenommen! Gibt es eine neutrale Stelle, die bei entsprechender Sachlage (zB. Falschmeldung betr. meiner Einwilligung im Bericht) auch anonym bei der Spitalleitung Einfluss nehmen kann?

Christian Rohrmann: Schade, die Kommunikation mit den Angehörigen von chronisch kranken Patienten wäre für Alle Beteiligten, auch für die Aerzte, ein grosser Gewinn. Gab es vielleicht juristische Hürden ? Es spielt mitunter eine Rolle ob verheiratet oder Lebenspartner, wenn zb. keine Einwilligung des Patienten vorliegt. Die meisten Spitäler haben ein Qualitätsmanagment, häufig einen Fragebogen bei Austritt. Ich möchte Sie ermuntern, stehen Sie zu Ihrem Anliegen mit Ihrem Namen, vielleicht ergibt sich ja im Nachgang ein positives Erlebniss hinsichtlich einer besseren Kommunikation.

wieso kann mann mich desavouiren und in die psycho ecke stellen, trotz dass man weiss dass ich lws probleme habe op s1/l5 mit beinausfall rechts. danach immer mega schmerzen und ausfälle. hws gemäss ct 2015 wird eine op anstehen für 2 diskushernien. aber im 2015 im kw winterthur mit opiaten eingeliefert, am 2 tag ein psychiater, einfach da, den ich nicht wollte, stellte eine prognose, ich sei...... alles so desavouirend, dass ich mich jetzt noch aufrege. da es mechanische probleme sind, nicht an

Delia Schreiber: Diese Frage ist schwer zu beantworten - vielleicht aus Überforderung oder weil sie die Situation völlig falsch eingeschätzt haben. Ich kann mir vorstellen, dass das eine sehr verletzende Erfahrung für Sie gewesen sein muss. Es geht jetzt um Sie: wenn Sie das Gefühl haben, dadurch ein Trauma erlitten zu haben, suchen Sie sich unbedingt jemanden, der dies auflösen kann. Ansonsten versuchen Sie nicht mehr auf diese schlimme Erfahrung zu fokussieren. Auch Ärzte haben ein Anrecht darauf, dass man ihnen verzeiht...

Sehr geehrte Frau Furrer Meine Standarttherapie ist einfach von der Dosierung ziemlich fix und fest. Will ich da was änder,n weil ein Medi im Verdacht steht, bei langjährigem Einsatz Hautkrebs zu machen bzw. in meinem Blutbild, die weissen Blutkörperchenwerte sehr tief liegen, findet das der Arzt als weniger tragisch. Ich äusserte auch den Wunsch, dass ich Medis nur so wenig und so lange wie nötig einnehmen will. Wie komme ich zu einer Zweitmeinuung ohne alle Untersuche nochmals machen zu müssen

Lea Furrer: Suchen Sie sich einen Arzt für eine Zweitmeinung. Sie können ihm Ihr Patientendossier aushändigen (beim aktuellen Arzt einfordern). Vielleicht reicht ihm die Einsicht ins Dossier um sich eine Meinung zu bilden, vielleicht möchte er aber auch noch ergänzende Untersuchungen machen. Das liegt dann in der Hand des Arztes und ist für eine fundierte Meinung auch sinnvoll.

Ich habe seit langem einen trockenen Husten ohne Auswurf. Mir wurde gesagt, dass der Husten von einem Reflux komme. Obwohl ich von einem Reflux nicht bemerkt hatte musste ich dann Protonenpumpenhemmer einnehmen. Ich bekam schnell Verdauungsbeschwerden, durfte jedoch die Medi. nicht absetzen. Seit der Einnahme dieser Medi habe ich nun Blähungen und eine Lactoseunverträglichkeit. Der Stuhl ist jetzt dünn breiig. Ist es möglich, dass diese Medi eine dauernde Veränderung der Verdauung verursachen?

Christian Rohrmann: Ja, das ist möglich da ein Protonenpumpenhemmer den ph Wert des Magens senkt und die Verdauung beeinflusst. Es gibt aber noch andere Medikamente die einen Reflux beinflussen können. Mir erscheint die ganze Situation sehr unbefriedigend und Sie sollten mit Ihrem Arzt die ganze Situation nochmals anschauen ! Ist die Diagnose richtig und was für andere Therapieoptionen gibt es ? Ziel ist eine Behandlung des Hustens ohne Verdauungsprobleme !

Ich, 66w, war schon schein etwa 15 Jahren nicht mehr beim Frauenarzt. Der letzte hat mich immer "geniert" (ich musste z.B. ganz nackt ausziehen, aber Socken anziehen und so ewig lang warten). Nun suche ich eine neue Arztin... Was kann sie von mir verlangen in Beziehung nackt ausziehen?

Christian Rohrmann: Es ist sicher sehr sinnvoll das Sie sich einer Frauenärztin anvertrauen. Einerseits muss die Brust mit den Achselhöhlen angeschaut werden, dann der Bauch und schlussendlich die Geschlechtsorgane. Dies könnte schrittweise geschehen in dem zuerst die Brust angeschaut wird und dann nach ankleiden der Bauch und dann die Geschlechtsorgane, so sind Sie nie ganz nackt. Weiterhin kann ein warmes Tuch zum Bedecken helfen das Sie sich nicht so nackt fühlen.

Chat-Admin: Der Experten-Chat ist beendet. Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf www.srf.ch/sendungen/puls/kompetent-als-patient-schwangerschaft-und-sport-naegelkauen

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