Geschichte des Kantons Jura

Am 24. November stimmen die Bürger des Kantons Jura und des Berner Juras darüber ab, ob sie die Gründung eines gemeinsamen Kantons in Angriff nehmen wollen. Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse aus der Entstehungsgeschichte des jüngsten Kantons der Schweiz.

1815:

Am Wiener Kongress wird das Gebiet des ehemaligen Fürstbistums Basel dem Kanton Bern zugesprochen. Das Gebiet umfasst die sieben Bezirke Pruntrut, Delsberg, Freiberge, Moutier, Courtelary, Neuenstadt und Laufen. Dafür muss der Kanton Bern die Gebiete der Waadt und den Aargau abgeben. In der Folge kommt es zu ersten Konflikten zwischen Berntreuen und Jurassiern.

1947:

Die deutschsprachige Mehrheit im Berner Kantonsparlament verweigert dem Regierungsrat und Jurassier Georges Möckli die Führung des Baudepartements. Offizieller Grund: Seine französische Muttersprache. Ein so wichtiges Departement gehöre nicht in die Hände eines Welschen.

1959:

Erste Abstimmung, der Kanton Bern lehnt einen eigenen Kanton Jura ab

1963:

Gründung der Béliers

1964:

Erste Anschläge der jurassischen Befreiungsfront FLJ, Béliers stören den Auftritt von Bundesrat Paul Chaudet in les Rangiers

11.12.1968:

Béliers stören die Bundesratswahl, Handgemenge im Nationalratssaal

1972:

Béliers demonstrieren vor dem Bundeshaus gegen den schlechten Zustand des jurassischen Strassennetzes und teeren in Bern die Tramschienen zu

23. Juni 1974:

Erste Juraabstimmung in allen sieben Bezirken. Mit 36'802 gegen 34'057 Stimmen spricht sich eine Mehrheit für die Unabhängigkeit aus. Allerdings nur in den nördlichen Bezirken, die Mehrheit im Südjura will bernisch bleiben.

16. März 1975:

Die drei südjurassischen Bezirke Courtelary, Moutier und Neuenstadt stimmen erneut ab und sprechen sich mit einem Ja-Anteil von 70 Prozent für einen Verbleib bei Bern aus.

7. September 1975:

14 Gemeinden in der Nähe der neuen Kantonsgrenze entscheiden, ob sie zum neuen Kanton Jura wechseln wollen. Moutier wählt probernisch – allerdings nur knapp.

20. März 1977:

Die Bevölkerung im Jura stimmt der Verfassung des neuen Kantons zu.

24. September 1978:

Das Schweizer Volk und alle Kantone sagen mit 82,3 Prozent Ja zur Gründung des neuen Kantons Jura.

7. Januar 1993:

Autobombe explodiert in der Berner Altstadt, ein junger Béliers-Aktivist stirbt

25. März 1994:

Unter Führung des Bundes unterzeichnen die Kantone Bern und Jura eine Vereinbarung zum Dialog. Dazu wird die Interjurassische Versammlung gegründet, welche die Jurafrage regeln soll. Erster Präsident der Interjurassischen Versammlung ist alt-Bundesrat René Felber.

7. September 2005:

Die Interjurassische Versammlung erhält den Auftrag, eine Studie zur institutionellen Zukunft der Region auszuarbeiten.

4. Mai 2009:

Die Interjurassische Versammlung schlägt vor, dass die Bevölkerung im Jura und im Kanton Bern über ihre Zukunft abstimmen soll.

2011:

Alt-Ständerat Dick Marty wird Präsident der Interjurassischen Versammlung.

20. Februar 2012:

Die Regierungen der Kantone Bern und Jura unterzeichnen eine Vereinbarung zur Durchführung einer Abstimmung. Dabei soll die Frage geklärt werden, ob der Berner Jura und der Kanton Jura Arbeiten zur Gründung eines gemeinsamen, neuen Kantons aufnehmen sollen.