Werbeplakate der Gotthardbahn: Dolce Vita mit Sonne und Palmen

Mit der Eröffnung des Eisenbahntunnels 1882 brach am Gotthard ein neues Verkehrszeitalter an. Plötzlich wurde das Bergmassiv für die breite Masse bezwingbar; die Reisezeit vom Norden in den Süden war kürzer als je zuvor. Damit die neue Strecke genutzt wurde, machte die Gotthardlinie rege Werbung.

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Die Gotthard-Bahnplakate im Wandel der Zeit

1:08 min, vom 14.7.2016

Ein Vulkan als Werbesujet für die Gotthardbahn

Vor dem Ersten Weltkrieg will die Gotthardbahngesellschaft als Betreiberin der Bahnlinie vor allem das ausländische Publikum als Fahrgäste gewinnen. Sie wirbt damit, dass man mit dem technischen Wunder Eisenbahn durch die wilden Alpen und die schöne Schweiz in den Süden fahren kann.

Der Süden wird gleichgesetzt mit Italien, weshalb auf den ersten Plakatsujets vorwiegend Bilder vom Lago Maggiore oder etwa dem Vulkan Vesuv zu sehen sind.

«  Die Plakate wandelten sich im Verlauf der Zeit sehr. Es lässt sich gut an ihnen ablesen, was bei welcher touristischen Zielgruppe erreicht werden sollte. »

Kilian Elsasser
Historiker

Nach dem Ersten Weltkrieg ist die Eisenbahn im Besitz der SBB. Auch diese macht Werbung für die Fahrt in den Süden – mittlerweile preist sie die elektrifizierte Eisenbahn an.

Dolce Vita im Tessin

In den 1950er-Jahren steht schliesslich die Fahrt von der Deutschschweiz in den sonnigen Tessin im Vordergrund. Dolce Vita unter Palmen und in romantischen Städtchen – damit locken die Werbeplakate zu dieser Zeit.

Etwa dreissig Jahre später, 1980, verliert die SBB ihr Transportmonopol: der Strassentunnel wird eröffnet. Auf den Plakaten hebt die SBB deshalb hervor, wie kurz und sicher die Fahrt in den Süden mit der Eisenbahn ist.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 27.07.2016 19:05

    Schweiz aktuell am Gotthard
    Tag 8: Hausarbeiten einmal anders

    27.07.2016 19:05

    Staubsaugen, Tische decken, WCs kontrollieren: vor der morgigen Fahrt mit dem Dampfzug muss noch allerhand vorbereitet werden. Die Dampflok mit Baujahr 1917 und die historische Zugkomposition aus den 1930er Jahren sollen nochmals aufblühen.