Ein Leben für die Ärmsten der Armen

«Die Liebe macht, dass man mutig sein kann.» Dies einer von vielen zitierten Sätzen von Mutter Teresa. Für ihren Mut und unermüdlichen Einsatz für die Ärmsten der Armen wurde Mutter Teresa 1979 mit dem Friedens-Nobel-Preis ausgezeichnet.

Mutter Teresa 1978 mit einem Baby aus einem Waisenhaus in Kalkutta.
Bildlegende: Mutter Teresa 1978 mit einem Baby aus einem Waisenhaus in Kalkutta. Keystone

Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 als Agnes Gonxhe Bojaxhiu im heutigen Skopje geboren. Bereits mit 18 Jahren bat sie um die Aufnahme in den Orden der Loretoschwestern. Kurze Zeit später wurde sie als Lehrerin nach Indien geschickt. Nach einer Fahrt durch die indische Millionenstadt Kalkutta fühlte sie sich ab 1946 dazu berufen, den Armen zu helfen.

Liebevolle Fürsorge für Leprakranke

Vier Jahre später gründete sie den Orden «Missionarinnen der Nächstenliebe», der sich besonders um Sterbende, Waisen und Kranke kümmerte. Besonders die Leprakranken sind Mutter Teresa am Herzen gelegen. Dazu wurde sie in einer Biografie folgendermassen zitiert: «Am meisten leiden die Leprakranken darunter, dass sie von allen gefürchtet werden und dass man sie nirgendwo haben will. Meine Schwestern und ich versuchen, ihnen ein anderes Leben zu ermöglichen, ein zweites Leben sozusagen. Wir haben schon viele Behandlungs- und Rehabilitations-Zentren in Indien aufgebaut. Dort können sie in Würde arbeiten. Sie müssen nicht betteln. Wir stehen in sehr enger Verbindung mit ihnen und geben ihnen liebevolle Fürsorge. Wir möchten, dass auch diese Menschen sich geliebt fühlen.»

Für ihre humanitäre Arbeit wurde Mutter Teresa mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 1978 zum Beispiel mit dem Balzan-Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern und 1979 mit dem Friedens-Nobel-Preis.

Arme als Menschen anerkennen

Zu Letzterem hat sich Mutter Teresa 1979 in einem Interview geäussert. Die Aufnahme im Archiv von Schweizer Radio DRS zeigt eine bescheidene Frau, die sich vor allem der Liebe verpflichtet fühlt und tut, was sie tun kann. Den Friedens-Nobel-Preis sah sie als Zeichen dafür, dass die Armen dieser Welt endlich als Menschen anerkennt werden.

Mutter Teresa erntete weltweit Anerkennung für ihren humanitären Einsatz, für ihre konservative Weltanschauung wurde sie aber auch kritisiert.