Humlikon zwei Tage nach dem Flugzeugabsturz von Dürrenäsch 1963

Es war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Schweizer Luftfahrt: Am 4. September 1963 stürzt eine Caravelle aus Zürich-Kloten kommend in Dürrenäsch ab. 80 Menschen verlieren ihr Leben. Die Tragödie trifft das Zürcher Dorf Humlikon besonders hart, es verliert auf einen Schlag 43 Dorfbewohner.

Am 9. September 1963 bewegt sich der Trauerzug mit den Opfern der Flugzeugkatastrophe von Humlikon zum Trauergottesdienst in Andelfingen.
Bildlegende: Am 9. September 1963 bewegt sich der Trauerzug mit den Opfern der Flugzeugkatastrophe von Humlikon zum Trauergottesdienst in Andelfingen. Keystone

43 Humliker wollten am 4. September 1963 eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt in der Nähe von Genf besuchen. Knapp zehn Minuten nach dem Start der Caravelle in Zürich-Kloten verliert die Maschine an Höhe und bohrt sich kurze Zeit später am Ortsrand von Dürrenäsch in den Boden. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

Unter den 43 Humliker Opfern befanden sich 19 Ehepaare. Sie hinterliessen 39 Vollwaisen im Alter zwischen dreieinhalb und neunzehn Jahren. Sieben weitere Kinder verloren durch den Flugzeugabsturz einen Elternteil. Die Gemeinde Humlikon verlor einen Fünftel ihrer damals 217 Einwohner und gleichzeitig alle Gemeinderäte, alle Schulpfleger und den Posthalter.

Bericht aus Humlikon vom 6. September 2013

Zwei Tage nach dem Flugzeugabsturz von Dürrenäsch hat Hans-Peter Meng für Radio Beromünster das Dorf Humlikon besucht. Er hat unter anderem den Dorflehrer getroffen, der sich tief betroffen zur Tragödie äusserte. Im «Sinerzyt»-Beitrag ist ausserdem eine Fürsorgerin zu hören, die sich um das Wohl der Kinder kümmerte und die Vormundschaft klärte.

In manchen Haushalten waren Grosseltern oder ältere Geschwister da, so mussten nur sechs Kinder ihr Heim verlassen. Sie konnten bei nahen Verwandten untergebracht werden. Bis auf eine Ausnahme stellten sich ebenfalls Verwandte als Vormünder zur Verfügung.

Bericht aus Humlikon vom 06.09.1963

Flugzeugabsturz bei Dürrenäsch

Redaktion: Bea Schenk