Untergang der Titanic: Eine Überlebende erzählt

10. April 1912: Die Luft ist lau, das Meer ist ruhig. In Cherbourg besteigt Emma Sägesser die festlich beleuchtete Titanic. Als Zofe begleitet sie Leontine Pauline Aubart, die heimliche Geliebte des Kupferkönigs Benjamin Guggenheim nach New York.

Jahrhundertkatastrophe: Illustration von Willy Stöwer für die Zeitschrift «Die Gartenlaube»
Bildlegende: Jahrhundertkatastrophe: Illustration von Willy Stöwer für die Zeitschrift «Die Gartenlaube»

Auf der Überfahrt passiert das unfassbare Unglück, das die Menschen bis heute beschäftigt. Die Titanic, die als unsinkbar galt, rammt einen Eisberg und versinkt rund zwei Stunden später in den Tiefen des Atlantik. Von den 2207 Menschen an Bord konnten nur 704 gerettet werden. Emma Sägesser war eine der Überlebenden.

Sie kletterte in den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 im Nachhemd, über das sie eilends einen Mantel geworfen hatte, in das Rettungsboot Nr. 9. Sie sah den Ozeanriesen in jener eisig kalten Nacht untergehen. Sie hörte das Heulen und Zähneklappern all derer verstummen, die keinen Platz in den Booten gefunden hatten.

25 Jahre später, am Abend des 14. April 1937, erzählte die inzwischen verheiratete Emma Arnold-Sägesser Reporter Arthur Welti von Radio Beromünster ihre Erlebnisse in jener Nacht.

Die Aufnahme, die in den Archiven von Schweizer Radio DRS liegt, ist das weltweit älteste mündliche Zeugnis dieser Schiffskatastrophe.

Autor/in: Arthur Welti