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Engadiner Bauernhaus Galerist Gian Enzo Sperone zeigt sein spektakuläres Daheim

Der ehemalige Galerist Gian Enzo Sperone öffnet sein spektakuläres Zuhause im Engadin – wenn er gute Laune hat.

Mitten in Sent GR steht ein Gebäude, das eher an eine Kirche als an ein Wohnhaus erinnert: die «Chasa dal Guvernatur». 300 Jahre alt, rund 1’000 Quadratmeter gross – und heute Zuhause von Gian Enzo Sperone.

Der Italiener war über vier Jahrzehnte einer der einflussreichsten Galeristen der Welt, lebte lange in New York und hat sich schliesslich in das Engadin verliebt. Kunst schafft der 83-Jährige selbst keine, aber sammeln tut er leidenschaftlich. In seinem Haus betreibt er nun seine ganz persönliche Galerie.

«Historische Häuser brauchen Leben, sonst sterben sie langsam. Es ist wichtig, dass die Türen immer offen sind», sagt Sperone. Als er das Gebäude übernahm, habe es allerdings wenig Inspirierendes gehabt: graue Decken, Linoleumböden, eine Renovation aus dem frühen 20. Jahrhundert ohne viel Feingefühl. Heute wirkt das Haus wie eine eigene Welt – still, monumental und vollständig der Kunst gewidmet.

«Ding Dong» auf Play SRF

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Viola Tami und Jan Fitze erkunden die ausgefallensten Häuser der Schweiz und im Ausland. Viola hat dabei keine Ahnung, wo sie landet. Offen für jede Überraschung drückt sie die Klingel: «Ding Dong».

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1’000 Quadratmeter Kunst – und ein bisschen Alltag

Das Innere ist überwältigend. Räume mit kirchenähnlicher Akustik, lange Fluchten, unerwartete Perspektiven. «Hier gibt es nur Kunst und mich. Alles zusammen sind es 1’000 Quadratmeter», sagt Sperone. Seine Sammlung sei über Jahrzehnte gewachsen – durch Reisen, Ausstellungen und Kunstmessen.

Beeindruckt ihn das alles selbst noch? «Nein. Normal. Heute Morgen ging ich überall durch und sagte jeder Statue ‹Hallo›.» Zwischen antiken Fragmenten, monumentalen Skulpturen und zeitgenössischen Installationen wirkt diese Routine fast surreal. Besonders spektakulär: eine gigantische Replik eines Details von Michelangelos «David». «Das sind die Hoden von Michelangelos David – dreissigmal grösser», sagt Sperone trocken. Das Kunstwerk stammt von seinem Engadiner Künstlerfreund Not Vital.

Räume für Schätze – und 800 Kilo Bienenwachs

Ein Gang mit mehreren Räumen dient ausschliesslich besonderen Objekten. Dort steht etwa ein römisches Bein, das Sperone vor rund 40 Jahren in New York kaufte. «Damals war das ziemlich günstig – etwa 3’000 Euro. Heute kostet es vielleicht 200’000 Euro. Die ganze Statue wäre 2 bis 3 Millionen wert.»

Ein anderer Raum ist eine permanente Installation aus Bienenwachs vom deutschen Künstler Wolfgang Laib. «Alles, was ihr seht, ist Bienenwachs von einem Bauern aus Süddeutschland. Es sind 800 kg.» Das Material verändert Licht, Akustik und Atmosphäre – und macht den Raum zu etwas zwischen Kunstwerk und Kapelle.

Ob man das Haus einfach besuchen könne? Sperone lächelt: «Ja – wenn ich gute Laune habe, öffne ich die Tür.»

Ein Haus, das lebt

Der heutige Zustand ist auch dem Engadiner Architekt Duri Vital zu verdanken. «Er hatte die Vision und den Geschmack», sagt Sperone. Vital habe alte Bauernhöfe abgeklappert, um historisches Holz aufzutreiben – denn manche Böden existierten schlicht nicht mehr, unter ihnen war nur noch Erde.

Trotz der musealen Atmosphäre gibt es auch sehr private Orte. Ein Wohnzimmer, in dem Sperone die meiste Zeit verbringt, nennt er «zauberhaft». Das Badezimmer ist der einzige Raum, der nicht perfekt aufgeräumt ist – hier wird sichtbar, dass tatsächlich jemand in diesem Kunstpalast lebt.

SRF 1, Ding Dong, 20.2.2026, 21 Uhr ; 

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