Pawel Datsjuk – eine Rückkehr für immer?

Detroit-Stürmer Pawel Datsjuk führt das Gastgeber-Team an der WM in Moskau und St. Petersburg als Captain an. Seine Zukunft ist ungewiss – bei den Red Wings bangt man um den «Magic Man».

Pawel Datsjuk im Training der Sbornaja. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wie weiter? Pawel Datsjuk im Training der Sbornaja. imago

Seit 2002 stürmt Pawel Datsjuk für die Detroit Red Wings in der National Hockey League. Zweimal holte der heute 37-jährige Russe den Stanley Cup. Mit seinem Einsatzwillen, seiner Schlitzohrigkeit und seiner grandiosen Technik hat sich Datsjuk in Nordamerika den Ruf eines der komplettesten Spieler aller Zeiten erarbeitet.

Datsjuk war immer Arbeiter und Zauberer gleichzeitig. Er schuftete im Boxplay und glänzte im Powerplay, er zeigte unfassbare Tricks und schelmische Takeaways. Auch ein exzellenter Techniker wie Damien Brunner zeigte sich nach seinem Gastspiel am Detroit River tief beeindruckt.

«  One more year, one more year! »

Gesang der Fans in Detroit

Doch Datsjuks Zeit an der Grenze zu Kanada neigt sich nun offenbar dem Ende zu. Kurz vor Beginn der Playoffs kündigte er an, seine Karriere kommende Saison in Russlands KHL fortsetzen zu wolllen. Der Grund: Er will wieder mehr Zeit mit seiner 14-jährigen Tochter verbringen, die in Moskau bei ihrer Mutter lebt.

Ein klassisches Tor von Pavel Datsyuk (nhl.com)

Der Aufschrei in Detroit war – bei allem Verständnis für die familiäre Situation – gross. Denn Datsjuk hat gemeinsam mit Henrik Zetterberg fast zwei Dekaden Eishockey in Michigan geprägt. «One more year, one more year», skandierten die Fans in der Joe Louis Arena bei den letzten Heimspielen.

Weiter auf der Lohnliste

Mit Datsjuk würde Detroit nicht nur eine absolute Leitfigur verlieren. Die Red Wings hätten auch die Lohnkosten des letzten Vertragsjahrs weiterhin in der Salärbilanz – die Regularien der NHL wollen dies ab einem gewissen Alter so.

Datsjuk hat sich vorerst noch einmal erweichen lassen und sich Bedenkzeit bis nach der WM ausbedungen. Vielleicht denkt er am Samstag auch im Spiel gegen die Schweiz an seine knifflige Situation – und lässt den Schweizern so etwas offensiven Freiraum.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Eishockey-WM