Am Wochenende beginnt die neue Super-League-Saison und der FC Thun lanciert am Samstagabend in Luzern die Mission Titelverteidigung. Der erste Ernstkampf steht indes schon am Dienstag an: In der zweiten Runde der Qualifikation zur Champions League trifft der Schweizer Meister im Hinspiel zu Hause auf Dinamo Zagreb.
Für die Thuner wird die Partie gegen den kroatischen Meister auch eine Standortbestimmung werden. Schliesslich hat sich das Gesicht der Mannschaft in den letzten Wochen stark verändert. Teamstützen wie Leonardo Bertone, Kastriot Imeri, Elmin Rastoder oder Ethan Meichtry haben den Klub verlassen.
Auch der Mann an der Seitenlinie ist ein neuer: Der frühere Thuner Nachwuchstrainer und ehemalige Schweizer U20-Nati-Coach Gian-Luca Privitelli ist in die grossen Fussstapfen des zu Union Berlin abgewanderten Mauro Lustrinelli getreten.
Zagreb und der moderne Fussball
Mit Blick auf die Begegnung gegen Dinamo Zagreb sieht Privitelli sein Team in der Rolle des Davids, hält aber fest, dass «diese Rolle den Spielern in der letzten Saison behagt» habe. Ziel sei es, Energie und Intensität auf den Platz zu bringen und offensiv zu spielen. «Wir wollen Zagreb stressen», sagt Privitelli.
Thun erwartet am Dienstag einen offensiv- und spielstarken Gegner. Dinamo Zagreb holte in der abgelaufenen Saison das Double, in der Meisterschaft schoss das Team in 36 Runden 93 Tore. Genau ein Drittel dieser Treffer, nämlich deren 31, gingen auf das Konto von Stürmer Dion Beljo. Ihm wird ein spezielles Augenmerk gelten.
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«Mit dem Ball sind sie wirklich gut», erläutert Privitelli: «Sie praktizieren einen sehr modernen Fussball im 4-3-3-System.» Zagreb sei in der Regel bestrebt, im Aufbau spielerische Lösungen zu finden. Thun wird versuchen, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. «Wenn uns das gelingt, kann es auf unsere Seite kippen.»
Thun und die eigenen Prinzipien
«Internationale Spiele sind immer extrem schön und für jeden Spieler ein schönes Erlebnis», sagte der Thuner Verteidiger Marco Bürki, der dem Hinspiel mit einem guten Gefühl entgegenblickt. Die vielen personellen Mutationen im Kader sieht Bürki gelassen: «Wenn man Erfolg hat, sind die Spieler begehrt, auch der Trainer. Dann gilt es, diese Akteure zu ersetzen und neue Energie ins Team zu bringen.» Dies sei dem Team bislang gut gelungen.
Der Spielstärke von Dinamo Zagreb möchte Bürki keine übermässig grosse Bedeutung beimessen. Er sagt: «In der letzten Saison hat uns extrem stark gemacht, dass wir uns auf unser Spiel fokussiert und darauf konzentriert haben, unsere Prinzipien umzusetzen.» Das sei auch am Dienstagabend das Ziel.