Es war ein merkwürdiger Auftakt in die Saison, den der FC Sion am vergangenen Donnerstag zu bewältigen hatte. Dass in der 2. Qualifikationsrunde der Conference League noch keine grossen Kaliber des europäischen Fussballs mit dabei sind, war schon im Vorhinein klar. Dennoch war der Auftritt bei BATE Borissow noch einmal spezieller als erwartet.
Zum einen, weil das Spiel nicht tatsächlich in Belarus stattfand, sondern in Aserbaidschan. In Sumqayit nördlich von Baku waren zudem keine Zuschauenden zugelassen. Stimmung kam im Stadion natürlich keine auf, jedes Wort der Akteure auf dem Platz war zu hören. Unter diesen Umständen wirkte es viel mehr wie ein Test- denn wie ein Pflichtspiel.
Nur Remis im Hinspiel
Vielleicht kam der FC Sion deshalb nicht ganz auf Touren. Vielleicht hatte auch die mühsame Anreise, die mit einem Flug von Mailand aus insgesamt fast 10 Stunden gedauert hatte, noch ihren Anteil daran. Auf jeden Fall dürften die Walliser mit dem 1:1, das sie im Hinspiel erreicht hatten, nicht ganz zufrieden sein.
Umso grösser dürfte bei den Sittenern die Vorfreude auf das Heimspiel am Donnerstag sein. Vor gut gefülltem Haus – der Gradin Nord, wo sich die eingefleischten Fans befinden, ist ausverkauft – soll mit einem Heimsieg die nächste Runde erreicht werden.
Gute Leistungen
Aus sportlicher Sicht dürfte dieses Ziel zu schaffen sein. Bereits auswärts hatte das Team von Trainer Didier Tholot genügend Chancen, um die Partie zu gewinnen. Zu Hause dürfte das nicht anders sein. Zudem zeigten die Walliser auch am vergangenen Sonntag in Bern zum Super-League-Auftakt gegen YB eine ansprechende Leistung – selbst wenn am Ende eine 2:4-Niederlage resultierte.
Bei einem Weiterkommen würde auf Sion übrigens auch in der 3. Qualifikationsrunde noch kein grosser Gegner warten. Es ginge gegen Zimbru Chisinau aus Moldau oder Noah Jerewan aus Armenien. Eine mühsame Anreise ist auch dann gewiss. Doch dafür muss gegen Borissow zuerst der erste Sieg der Saison her.