«Mit seiner Qualität muss der nächste Schritt sein, dass er effizienter wird», sagte St. Gallens Sportchef Roger Stilz im SRF-Interview vor dem Hinspiel in der 2. Quali-Runde der Europa League gegen Benfica Lissabon. Er sprach von Aliou Baldé, den St. Gallen auf diese Saison hin fest verpflichtete.
Baldé war es dann auch, der das Sitterstadion zum ersten Mal ausflippen liess. Er traf aus spitzem Winkel zum 1:0 und lancierte einen Europacup-Abend, der in der Ostschweiz zum Träumen anregte – im Wissen, dass man erst in der Qualifikationsphase ist und das schwierige Rückspiel in einer Woche im Estadio da Luz noch ansteht.
Görtler: «Froh, dass ich dabei war»
«Wir gewinnen gegen Benfica Lissabon verdient mit 2:1 und sind phasenweise dominant», versuchte sich Captain Lukas Görtler etwas ungläubig an einer Einordnung. «Ich bin froh, dass ich dabei war.» Das Erlebnis ist für den Deutschen vergleichbar mit den Spielen gegen die Fiorentina (2:4 im Oktober 2024 in der Conference League) oder Trabzonspor (als man sich auswärts nach Penaltyschiessen für die gleiche Kampagne qualifizierte).
Dass es gegen den «Brocken» Benfica zum Sieg reichte, war für Siegtorschütze Tom Gaal auf einen grossen Team-Effort zurückzuführen. Trainer Enrico Maassen habe einen klaren Plan gehabt: «Enno stand in der Video-Analyse am Morgen vor uns und sagte: ‹Wir sind jetzt seit drei Jahren zusammen. Wir wissen genau, was wir können und was wir brauchen.›»
Eingespieltes Team
Mit einer «fast perfekten ersten Halbzeit» (Maassen) überrumpelte der FCSG den hochkarätigen Gast aus Lissabon. Dass die Mannschaft nach Platz 2 in der Meisterschaft und dem Cupsieg nicht auseinandergerissen wurde, steht ihr gut zu Gesicht.
Leistungsträger wie Jozo Stanic, Carlo Boukhalfa und Christian Witzig band man bereits im Frühling mit neuen Verträgen. Die Leihe von Colin Kleine-Bekel (Bochum) wurde verlängert. Und mit Leon Frokaj (Aarau) und Andrin Hunziker (Basel) wurden vielversprechende Transfers getätigt.
Stergiou-Rückkehr im Moment kein Thema
Dass St. Gallen personell in diesem frühen Stadium der Saison gut aufgestellt ist, lässt auch Stilz' Haltung zur Personalie Leonidas Stergiou erkennen, der beim VfB Stuttgart aufs Abstellgleis geraten ist. «Ganz aktuell ist der Bedarf in der Verteidigung nicht da», so der Sportchef. Eine Rückkehr des sechsfachen Nationalspielers stehe derzeit nicht zur Debatte.