Gross Anlaufzeit hat der FC St. Gallen in dieser Saison nicht. Direkt im ersten Pflichtspiel der Saison gastiert mit Benfica Lissabon eine der Grössen des europäischen Fussballs im neu benannten Sitterstadion. In der 2. Qualifikationsrunde der Europa League muss sich der FCSG direkt gegen ein Topteam beweisen.
Captain Lukas Görtler verspürt vor dem Saisonauftakt aber überhaupt keinen Druck. «Wir müssen befreit aufspielen und Spass haben. Wir dürfen auch ein bisschen stolz sein, dass wir eine solche Partie spielen können», sagte der Deutsche am Tag vor der Partie.
Für die St. Galler Fans spannend machen
Weil die Favoritenrolle klar verteilt ist, alles andere als ein Weiterkommen der Portugiesen wäre eine Überraschung, setzt Görtler die Ziele tief an: «Für das Erlebnis wäre es schön, wenn wir zwei offene Spiele gestalten könnten. So, dass sie nicht nur für die Benfica-Fans interessant sind, sondern auch für uns.»
Allzu tief wollte der 32-Jährige dann aber doch nicht stapeln: «Natürlich hat man immer das Ziel im Hinterkopf, eine Runde weiterzukommen.» Noch wolle Görtler aber nicht darüber nachdenken. Zuerst gelte es alles reinzuwerfen, gerade auch im Heimspiel vor ausverkauftem Haus. «Das ist ein Highlight, das direkt zu Beginn kommt», meinte der Deutsche.
Zweischneidiges Los
Auch Trainer Enrico Maassen stellte direkt klar: «Wir sind der klare Underdog.» Mit dem Cupsieg habe man sich diese Partien auf europäischem Parkett verdient. Nun habe man direkt das schwerste, aber auch das attraktivste Los gezogen.
«Die Anspannung ist natürlich schon da», gibt der Coach zu. «Aber natürlich auch die Vorfreude. Zuhause gegen so einen Gegner in die Saison zu starten, ist schon schön.»
Publikum als Vorteil
Gerade das Heimpublikum sieht Maassen auch als Vorteil für sein Team. Er hofft, die portugiesischen Gäste mit der Intensität der Fans, aber auch mit der Intensität auf dem Platz überraschen zu können.
Wirkliche Schwächen hat der Trainer bei Benfica nicht ausgemacht: «Es ist eine Champions-League-Mannschaft, die jetzt Europa League spielen muss.» Der 42-Jährige will aber auch gar nicht auf die Schwächen des Gegners, sondern auf die eigenen Stärken setzen.
«Unsere Energie, unsere Power und unser Umschaltspiel, aber auch unsere Standardsituationen sind unsere Stärken. Wenn wir das gut umsetzen, werden wir gefährlich werden», meinte Maassen.