1954 wurde in Basel die Uefa gegründet, in Ascona die erste Minigolf-Anlage eröffnet sowie in der NBA die «Shot Clock» eingeführt. Und in Lausanne bestritt die Nati ihren bis dato letzten WM-Viertelfinal.
Es war eine denkwürdige Partie, welche die 35'000 Zuschauer im Lausanner Olympiastadion zu sehen bekamen. Die Begegnung zwischen der Schweiz und Österreich ging als «Hitzeschlacht von Lausanne» in die Fussball-Geschichte ein und sie ist mit 12 Toren bis heute die torreichste WM-Begegnung aller Zeiten.
Vor der Pause 9 Tore binnen 23 Minuten
Bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius entwickelte sich eine verrückte erste Halbzeit. Nach 19 Minuten und 3 Treffern binnen 3 Minuten führte die Schweiz 3:0. Doch Österreich antwortete mit 5 Toren bis zur 34. Minute. Nach einem Goal von Robert Ballamann (39.) gingen die Teams mit einem 4:5 in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel lautete die Torfolge 4:6 – 5:6 – 5:7. Mehrere Akteure erlitten während der Partie, so kann man es nachlesen, einen Hitzeschlag. Weil damals noch keine Ein- und Auswechslungen erlaubt waren, mussten die Spieler bis zum Ende durchbeissen.
Auch in Kansas City wird es heiss
Die Schweizer trauerten der Niederlage noch lange nach. Sie hatten vor Heimpublikum eine 3:0-Führung hergegeben und in Lausanne die goldene Gelegenheit auf eine WM-Halbfinal-Qualifikation verstreichen lassen.
72 Jahre später steht die Schweiz rund 8000 km westlich in Kansas City (USA) erneut im Viertelfinal. Gegner wird in der Nacht auf Sonntag Argentinien sein. 12 Tore dürften es heuer kaum werden.
Und auch Hitzeschläge sind eher unrealistisch. Zwar dürften die Temperaturen bei Spielbeginn um 20:00 Uhr (Ortszeit) noch immer um die 30 Grad betragen. Doch im Gegensatz zu 1954 gibt es längst Ein- und Auswechslungen – sowie seit Neuestem «Hydration Breaks».