Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Andere Rolle als 2022 Sow: «Wir kennen Granit, er ist ein Heisssporn»

Der Zürcher erlebt in den USA seine zweite WM. Die Vorzeichen haben sich aber geändert.

Vor vier Jahren in Katar gehörte Djibril Sow zu den Stammspielern. Während Granit Xhaka und Remo Freuler im defensiven Mittelfeld die Fäden zogen, orchestrierte er zwischen den Flügeln Ruben Vargas und Xherdan Shaqiri die Offensive. Das eingespielte Duo Xhaka/Freuler blieb gesetzt, für Sow folgte indes eine Zeit, die von Verletzungen und Formtiefs geprägt war.

Der Zürcher war für Nati-Coach Murat Yakin keine Option mehr und verpasste auch die EURO 2024. Doch der 29-Jährige kämpfte sich zurück. Rückblickend sagt er: «Ich bin stolz, dass ich es wieder zurückgeschafft habe. Wenn es top gelaufen wäre, wäre die Situation heute vielleicht eine andere.»

Lieber Joker als gar nicht dabei

Damit meint Sow seine neue Rolle. Statt als Stammkraft im Herzen des Spiels den Rhythmus zu bestimmen, dürfte er in den USA nur Joker (als Flügelspieler) sein. In der Vorbereitung begann Sow in vier Partien nie und stand jeweils auf dem Platz, als die Nati den Faden gegen Jordanien und zuletzt Australien verlor.

Seine neue Rolle ist indes kein Problem für ihn. «An der WM ist die Position egal. Ich bin froh, wenn ich auf dem Platz stehen darf. Im Mittelfeld ist die Konkurrenz sehr gross. Meine Flexibilität gibt mir die Chance, auch andere Einsatzmöglichkeiten zu bekommen.»

Mit Sevilla im Abstiegskampf

Diese Gelassenheit musste Sow in der abgelaufenen Saison mit Sevilla zwangsläufig lernen. Bei den Andalusiern erlebte er persönlich seine offensiv stärkste Saison überhaupt, trotzdem ging vieles schief. Bis zuletzt musste der siebenfache Europa-League-Sieger gegen den Abstieg kämpfen. Eine Saison, die nicht spurlos an Team und Fans vorbeiging.

«In Spanien ist vieles emotionaler. Die Leute leben den Fussball und sind voll dabei», erzählt Sow. In der Abwärtsspirale lastete viel Druck auf den Spielern – «und auf uns Älteren noch viel mehr». Nach dem abgewendeten Abstieg sei er «froh um diese Erfahrung. Ich habe mental einen grossen Schritt nach vorne gemacht.»

Zwei Personen bei einer Pressekonferenz vor einer roten Wand mit Logos.
Legende: Polyvalent und mehrsprachig unterwegs Djibril Sow spricht Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch – und ist auch auf dem Feld auf verschiedenen Positionen einsetzbar. KEYSTONE/Peter Klaunzer

Verständnis für den Captain

Seine Erfahrung der letzten Jahre hilft ihm auch dabei, den Rummel in der zurückliegenden Woche zu analysieren. Neben der verspäteten Anreise von Breel Embolo und dem mässig verlaufenen Test gegen Australien sorgte vor allem die öffentliche Kritik von Granit Xhaka für Aufruhr.

Auch für Sow gab es zuletzt «zu viele Nebengeräusche, aber das gehört zur WM halt dazu». Er meint damit die vielen (Medien-)Termine neben dem Trainingsplatz, die zum Teil auch von der Fifa vorgeschrieben sind. Xhakas Kritik kann er deshalb einschätzen: «Wir kennen Granit, er ist ein Heisssporn und will immer gewinnen. Aber wir wissen, welche Stellschrauben wir umstellen müssen. Lieber solche Themen vor dem Turnier als im Turnier.»

SRF zwei, Sportflash, 8.9.26, 20:00 Uhr

Meistgelesene Artikel