Vor der WM 2022 war Alexis Mac Allister für den durchschnittlichen Fussball-Beobachter noch weitestgehend unbekannt. Argentiniens Coach Lionel Scaloni hatte für den 23-jährigen Mittelfeldmann beim Turnier in Katar eigentlich eine Nebenrolle vorgesehen. Doch die überraschende Auftakt-Niederlage gegen Saudi-Arabien (1:2) veränderte alles.
Vom Rollen- zum Schlüsselspieler
Scaloni krempelte seine Startelf für das zweite Gruppenspiel gegen Mexiko um und gab Mac Allister im Mittelfeld eine Chance. Der mit seinen 1,76 m eher klein gewachsene Ballverteiler nutzte die Gunst der Stunde. Zwar justierte Scaloni im weiteren Verlauf der Vorrunde die Position Mac Allisters, zog ihn von der Seite ins Zentrum. Aus der Stammformation war der damalige Brighton-Akteur aber nicht mehr wegzudenken.
Mac Allister bildete zusammen mit Enzo Fernandez und Rodrigo de Paul eine Mittelfeld-Achse, welche es Lionel Messi ermöglichte, sich im Angriff frei zu bewegen und eben Messi-Dinge zu veranstalten. Wie die Geschichte ausging, ist bekannt.
Nach dem Saudi-Arabien-Schock reihte Argentinien sechs Siege aneinander und wurde Weltmeister. Verdankt die «Albiceleste» ihren dritten Stern Mac Allister? Nein. Hat Mac Allister einen wichtigen Teil dazu beigetragen? Ganz bestimmt.
Mac Allister denkt Fussball
Mit seinen Leistungen an der WM in Katar weckte der in Buenos Aires bei den Argentinos Juniors ausgebildete Mac Allister das Interesse der europäischen Topklubs. Letztlich machte Liverpool das Rennen. Bei den «Reds» ist «Macca», wie er von seinen Teamkollegen beim englischen Topklub genannt wird, auf Anhieb zu einer festen Grösse geworden. 2025 gewann Mac Allister mit Liverpool die Premier League.
Doch was ist die Essenz in Mac Allisters Spiel? Im Grundsatz kann man sagen: Er lässt die schwierigen Dinge einfach aussehen. Dank seines hohen Fussball-IQ ist der inzwischen 27-Jährige seinen direkten Gegenspielern oftmals einen Schritt voraus.
Seine überdurchschnittlichen technischen Fähigkeiten ermöglichen es ihm und seinem Team, den Ball schneller zirkulieren zu lassen. Dies wiederum verschafft den Unterschied-Spielern – im Fall von Argentinien Messi – Zeit und Platz, um zu glänzen.
Feste Grösste in der «Albiceleste»
An der laufenden WM in den USA, Kanada und Mexiko verpasste Mac Allister mit Ausnahme des belanglosen dritten Gruppenspiels gegen Jordanien keine einzige Minute. Auch gegen die Schweiz soll er den Messis, Alvarez' und Martinez' den Rücken freihalten.
Doch aufgepasst, Mac Allister hat auch die Fähigkeiten, selbst für den Unterschied zu sorgen, vor allem mit Distanzschüssen. In der Regel überlässt «Macca» die Show aber anderen.