Seit 20 Jahren ist die Schweiz Dauergast an Weltmeisterschaften – auch in der K.o.-Phase. Ausser beim Turnier in Südafrika 2010 überstand die Nati die Gruppenphase immer. Doch wenn es dann «um die Wurst» ging, war für die Schweiz immer auch gleich Schluss: 2006 in Deutschland, 2014 in Brasilien, 2018 in Russland und 2022 in Katar scheiterte man in den Achtelfinals.
Betrachtet man alle Schweizer WM-Turniere der «Neuzeit» und bezieht auch die WM 1994 mit ein, dann kann man getrost von einem Achtelfinal-Fluch sprechen. 5 Mal K.o.-Phase, 5 Mal Achtelfinal-Out.
Darunter befinden sich einige Niederlagen, die sich ins kollektive Schweizer Fussball-Gedächtnis eingebrannt haben: das blamable Penaltyschiessen 2006 gegen die Ukraine, die unglückliche Niederlage 2014 in der Verlängerung gegen Argentinien, das desillusionierende 0:1 gegen Schweden 2018 sowie die 1:6-Abreibung gegen Portugal 2022. Einzig das 0:3 vor 32 Jahren gegen Spanien warf keine hohen Wellen.
Doch all diese Niederlagen fühlen sich nun nicht mehr so schmerzhaft an. Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin überwand in Vancouver gegen Kolumbien ihr WM-Achtelfinal-Trauma, hat in Nordamerika bereits 2 K.o.-Spiele gewonnen und steht schon bei 4 WM-Siegen in Serie.
Die Penalty-Schmach 2006 vergessen gemacht
Was den Erfolg der Schweiz doppelt speziell macht: Er wurde im Penaltyschiessen erzielt. Einer Disziplin, welche bislang überhaupt keine Domäne der Nati war. Vor dem Duell mit Kolumbien lag die Schweizer Bilanz bei 1:5. Einzig im EM-Achtelfinal 2021 gegen Frankreich hatte man sich im Elfmeterschiessen durchsetzen können, die anderen 5 Duelle gingen verloren – darunter auch besagtes Penaltyschiessen 2006 im WM-Achtelfinal.
Diese Bilanz wurde in Vancouver nun entscheidend aufgebessert. Der Lohn ist der WM-Viertelfinal gegen Titelverteidiger Argentinien. Die Spieler der «Albiceleste» sind übrigens die Elfmeter-Könige schlechthin: Alleine an Weltmeisterschaften trat Argentinien 7 Mal zum Penaltyschiessen an und ging 6 Mal als Sieger vom Feld.