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Breite im Nati-Kader Yakins neuer Luxus: Jeder kann sich ins Team spielen

Gegen Kanada veränderte der Coach die Nati auf vier Positionen. Der Erfolg gibt ihm recht.

Murat Yakin ist stets für eine Überraschung gut. Wer nach dem 4:1 über Bosnien-Herzegowina gedacht hätte, dass der Nati-Coach gegen Kanada mit derselben Elf starten würde, der sah sich 75 Minuten vor dem Spiel getäuscht. Statt der Offensivreihe Dan Ndoye, Fabian Rieder, Michel Aebischer schickte er Ruben Vargas, Johan Manzambi und Djibril Sow ins Rennen. Just jene drei Spieler also, die massgeblich am Erfolg in Los Angeles beteiligt gewesen waren.

Und das Trio enttäuschte ihn auch gegen die «Ahornblätter» nicht: Manzambi und Vargas sorgten – wie schon gegen Bosnien – für die Tore. Und bestätigten so, was Yakin an der Medienkonferenz nach dem Spiel herausstrich: «Ich habe auf verschiedenen Positionen unterschiedliche Optionen. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.»

Die Achse steht

Bloss: Die Aussage des Trainers bezog sich gar nicht auf die Offensive, sondern auf die Abwehr, wo er als Rechtsverteidiger Luca Jaquez zu seinem Startelfdebüt verhalf. Der schnelle Luzerner sei «mit seinem Profil genau der richtige Spielertyp» gewesen.

Und sie würde sich auch auf weitere «Experimente» in der Ära Yakin erweitern lassen. Unter dem Nati-Coach hat sich in den letzten Jahren die Achse Kobel – Elvedi – Akanji – Rodriguez – Xhaka – Freuler – Embolo als Rückgrat herauskristallisiert. Auf den vier anderen Positionen ändert Yakin je nach gegnerischer Taktik und Aufstellung.

Fussballspieler in Rot sitzen im Stadion, umgeben von Zuschauern.
Legende: Lässt sich mit seinen Spielern feiern Murat Yakin nach dem 2:1-Sieg in Vancouver gegen Kanada. Jared C. Tilton/FIFA/Getty Images

Lange Pause

Dies dürfte sich auch im Hinblick auf den Sechzehntelfinal nicht ändern. Deshalb wollte sich der Basler auch nicht darauf festnageln lassen, dass Shootingstar Manzambi jetzt gesetzt sei. Im Gegenteil: Die Flexibilität soll eine Waffe bleiben, der Gegner sich nie zu sicher sein, was auf ihn zukommt. Yakins Spieler-Management illustriert auch die Statistik: Von den 23 Feldspielern, die an die WM mitgenommen wurden, haben bislang nur Aurèle Amenda, Eray Cömert und Noah Okafor noch nicht gespielt.

Während die Nati bereits fix in der K.o.-Runde steht, kennt sie ihren Gegner noch ein paar Tage nicht. Umso wichtiger deshalb, dass sie sich mit Rang 1 auch eine 8-tägige Pause erspielt hat. Gelegenheit, das erste Etappenziel am Mittwochabend in Vancouver «mit Familie und Freunden zu feiern» und dann kurz durchzuschnaufen. Denn der Druck sei nach dem verpatzten Startspiel gegen Katar enorm gross gewesen, gab Yakin zu.

Zurück im Camp in San Diego wird es für ihn und sein Trainerteam dann darum gehen, die beste Elf für die erste K.o.-Runde zu finden. Und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Rhythmus, Intensität und Hunger trotz spielfreier Woche hoch bleiben. «Eine ganz neue Erfahrung», nennt Yakin diese Ruhe vor dem Sturm. Denn eines ist auch klar: Das Ziel, «die beste WM der Nati-Geschichte» zu spielen, bleibt bestehen. Dafür wären mindestens zwei weitere Siege nötig.

FIFA WM 2026

SRF zwei, Sportlive, 24.06.26, 20:05 Uhr

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