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Coach nach der Gruppenphase Yakin: «Ich könnte es mir ja einfach machen»

Nach der WM-Vorrunde äussert sich Nati-Trainer Murat Yakin im ausführlichen Interview unter anderem über seine Auswechslungen, die lange Pause und die Personalie Noah Okafor.

SRF Sport: Mit dem Gruppensieg wurde ein Zwischenziel erreicht. Wie zufrieden sind Sie?

Yakin: Resultatmässig hatten wir gegen Katar keinen positiven Start. Danach haben wir uns ins Turnier hineingesteigert. Gerade gegen Kanada haben wir in einem Auswärtsspiel gegen den Gastgeber eine reife Leistung gezeigt.

Sie sind also zufrieden, aber noch nicht rundum happy?

Wir sind schon glücklich, aber noch nicht restlos. Wenn man jetzt ein Fazit zieht von allen drei Spielen, gibt es immer Verbesserungsmöglichkeiten.

Wo wollen Sie sich konkret noch verbessern?

Wir müssen noch einiges analysieren. Wir hatten jetzt drei unterschiedliche Gegner. Grundsätzlich funktioniert unser Spiel, auch mit verschiedenen Kombinationen in der Offensive. In der Defensive gab es aber einige Situationen, die wir besser hätten lösen können.

Auffällig war, dass häufig nach Ein- und Auswechslungen in der Verteidigung Gegentore fielen. Was war der Grund für diese Wechsel?

Wenn ein Spiel gut läuft, gibt es keinen Grund zu wechseln. Die Spieler, zum Beispiel Luca Jaquez gegen Kanada, waren müde und haben mir Zeichen gegeben, dass sie ausgewechselt werden wollen. Diese Wechsel verändern auch immer etwas in der Statik des Spiels.

Aus rein taktischen Gründen hätten Sie diese Wechsel nicht getätigt?

Unser Spiel ist sehr intensiv, das Gegenpressing braucht enorm viel Laufarbeit. Wir hatten sehr viel Ballbesitz, da müssen viele Läufe gemacht werden, damit immer genügend Anspielstationen vorhanden sind. Das machen wir sehr gut, das zeigen auch die Statistiken. Wichtig ist, dass die Wechsel nicht das gesamte Teamkonstrukt durcheinanderbringen.

Silvan Widmer war hinten rechts immer gesetzt, jetzt nicht mehr. Weshalb diese Rotation?

Wir arbeiten mit verschiedenen Szenarien. Ich bin ein glücklicher Trainer, dass ich so viele Optionen habe. Je nach Gegner kann ich ein anderes Spielerprofil auf dieser Position bringen.

Wie erklären Sie den Spielern solche Entscheide?

Ich könnte es mir ja einfach machen und immer die gleichen 11 Spieler aufstellen. Aber das fasziniert mich ja genau an meinem Job. Verschiedene Spielerprofile gegen verschiedene Gegner aufzustellen. Das Wichtigste ist immer, dass wir das Spiel gewinnen.

Eine Frage, die bewegt: Was ist mit Noah Okafor?

Ich habe mit ihm vor dem Spiel gesprochen. Ich kenne seine Stärken, aber in dieser Spielphase gegen Kanada war eine Einwechslung nicht notwendig. Ich habe auf erfahrene, auch defensiv starke Spieler gesetzt. Er ist mit einer Verletzung ins Camp eingerückt und hat noch keinen Ernstkampf in den Beinen. Aber in Spielen, in denen man gegen Schluss noch ein Tor braucht, ist er eine Option.

Jetzt folgt eine lange Pause. Wie schaffen Sie es, dass die Spannung nicht zusammenfällt?

Es ist auch für uns eine neue Erfahrung. Vor vier Jahren ging es wenige Tage danach direkt weiter. Zuerst müssen wir jetzt etwas runterfahren, relaxen. Danach machen wir sicher intern noch ein Spiel, dafür haben wir 23 Spieler dabei. Da können wir auch den nächsten Gegner simulieren. Aber es ist ja genau die Situation, die wir wollten – sonst hätten wir nicht auf den Gruppensieg gespielt.

Das Gespräch führten Paddy Kälin und Beni Huggel.

FIFA WM 2026

SRF zwei, sportlive, 24.6.26, 20:10 Uhr ; 

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