Mit dem 3. Spieltag in der Gruppenphase kommt die Phase der grossen Unsicherheit an der Fussball-WM 2026. Die Partie gegen Gastgeber Kanada wird der Schweiz nicht nur Aufschluss darüber geben, ob man auf Rang 1 oder 2 weiterkommt, sondern auch darüber, wie es danach weitergeht.
Dabei gilt nicht nur auf dem Platz die Devise: Nur der Sieg zählt. Taktieren und auf ein leichteres Los in der K.o.-Phase zu hoffen, sei keine Option, findet SFV-Kommunikationschef Adrian Arnold gegenüber SRF: «Natürlich werden die möglichen Szenarien diskutiert. Aber man ist ja nicht 100-prozentig sicher, wie es in den anderen Gruppen abläuft. Darum bringt das ganze Taktieren letztendlich nichts. Sonst heisst es am Ende sowieso wieder: ‹Es kommt anders, als man denkt›.»
Ein Sieg bringt eine Verschnaufpause
Ein Sieg und der damit verbundene Gruppensieg hätten auch abseits des Rasens weitere positive Auswirkungen: «Wenn man das Gesamtpaket anschaut, wäre es natürlich als Gruppenerster viel angenehmer. Dann hat man acht Tage Zeit, um sich nach dem Kanada-Spiel zu erholen. Zeit auch, um den kommenden Gegner gut zu analysieren. Zusätzlich könnten wir in Ruhe zurück ins Basecamp in San Diego gehen und da noch einmal vier bis fünf Tage verbringen, bevor man die Sachen für die Reise packt», zählt Arnold auf.
Konkret sähe es so aus, dass man die acht Tage vor dem Sechzehntelfinal gegen einen Gruppendritten (3. Juli, 5:00 Uhr Schweizer Zeit) im Naticamp in San Diego verbringen könnte, bevor man zwei Tage vor dem Spiel nach Vancouver zurückkehrt. Danach wird das Camp in San Diego in jedem Fall aufgelöst und die Teams werden für die K.o.-Phase in Fifa-Hotels untergebracht, eine Vorgabe des Fussball-Weltverbands: «Das wäre sonst wohl mit zu hohen Kosten verbunden. Und wenn es für alle gleich ist, ist es auch in Ordnung», findet Arnold.
Ein weiterer Vorteil eines Sieges über Kanada: Auch ein möglicher Achtelfinal am 7. Juli (22:00 Uhr) würde in Vancouver stattfinden, die Nati käme so um eine Reise herum.
Der Materialwart hofft auf 3 Punkte
Klappt es indes nicht mit dem Erfolg am Mittwoch gegen den Co-Gastgeber, muss es schnell gehen. Schon vier (!) Tage später stünde am 28. Juni um 21:00 Uhr der Sechzehntelfinal gegen den Zweiten der Gruppe A (Südkorea, Tschechien oder Südafrika) in Los Angeles an. Für Spieler und Trainer kein Problem, denn «wir haben nicht viele private Sachen dabei. Die hat man in zehn Minuten im Koffer drin».
Für das Team hinter der Mannschaft, die Materialwarte und Physiotherapeuten, die einen Grossteil der 7 Tonnen Material verantworten, würde es hingegen streng werden. Innert kürzester Zeit müsste in San Diego alles ein- und in Los Angeles wieder ausgepackt werden. Auch wenn einiges bereits antizipiert und vorher eingepackt wird, wäre gerade für sie ein Sieg am Mittwoch ein willkommenes Resultat.