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Ein Turnier voller Hürden Iran macht gute Miene zum bösen Spiel

Die iranische Nationalmannschaft beanstandet nach der Ankunft in Mexiko die strengen Auflagen, die ihr rund ums WM-Turnier auferlegt werden.

Schwarze Taschen mit Gepäckanhängern im Freien.
Legende: Heftige Reisestrapazen als grosses Hindernis Das iranische Team spielt auf US-Boden, kann sein Camp aber bloss in Mexiko aufschlagen. Keystone/EPA/STRINGER

Die iranische Fussball-Nationalmannschaft ist nach dem Streit um die Vergabe von Visa für die USA im WM-Co-Gastgeberland Mexiko angekommen. Laut der Nachrichtenagentur AFP landete das Team am Sonntag gegen 05:00 Uhr Ortszeit in Tijuana.

Die Spieler wurden demnach am von Soldaten der mexikanischen Sicherheitsgarde streng bewachten Flughafen von einer Handvoll Fans mit iranischen Flaggen empfangen. Die Delegation wird in Tijuana, das nahe der Grenze zu den USA liegt, ihr Quartier für das Turnier beziehen. Die WM, die auch in den USA und Kanada stattfindet, beginnt am Donnerstag mit dem Startspiel Mexiko vs. Südafrika.

Zum Start ihres WM-Abenteuers voller Ungewissheiten machten die iranischen Spieler gute Miene zum bösen Spiel. Im türkischen Antalya hatten sie beim Einsteigen in das Flugzeug noch in die Kamera gelächelt, Mittelfeldspieler Amirmohammad Razzaghinia streckte den Daumen nach oben.

Zuvor war der wochenlange Streit um die Visa-Vergabe für die iranischen Teammitglieder eskaliert. Zwar wurde den Spielern die Einreise in die USA, wo ein Grossteil der WM-Partien ausgetragen wird, am Freitag gewährt. 15 Personen der iranischen Delegation wurde die Visa-Erteilung jedoch verweigert, wie das iranische Staatsfernsehen vermeldete.

Nur Spielen ist auf US-Territorium erlaubt

Die iranische Botschaft in der Türkei äusserte diesbezüglich scharfe Kritik und monierte eine «willkürliche und diskriminierende Behandlung des iranischen Teams». Diese sei «auf die höchste Stufe gehoben» worden, hiess es in einem Statement. Man müsse sich auf ein Turnier voller sportlicher und bürokratischer Hürden einstellen.

Wie der iranische Botschafter in Mexiko am Samstag zudem bekannt gab, sei die Delegation darüber informiert worden, dass sie das US-Territorium für ihre Partien am selben Tag betreten und wieder verlassen müsse. Dadurch würden dem Team heftige Reisestrapazen drohen: Die ersten beiden Vorrundenpartien am 16. Juni gegen Neuseeland und Belgien am 21. Juni finden in Los Angeles statt, zum Abschluss geht es am 27. Juni in Seattle gegen Ägypten.

Am Sonntag allerdings sprach der Präsident des iranischen Fussballverbandes Mehdi Taj – der laut iranischen Medien zu jenen Personen gehört, denen US-Visa verweigert wurden – im iranischen Fernsehen von einem Einreiserecht am Vortag der Spiele. Weder der Weltverband Fifa noch die USA haben sich bislang dazu geäussert.

Nach Tijuana war das iranische Team von Antalya aus aufgebrochen, in der Türkei hatte die Mannschaft zuvor ein Trainingslager abgehalten. Ihr WM-Quartier wollte die Auswahl ursprünglich in Tucson im US-Bundesstaat Arizona beziehen, im Mai wurde es jedoch nach Tijuana verlegt.

Iran und die USA befinden sich im Kriegszustand, seit die USA gemeinsam mit Israel Ende Februar begannen, den Iran zu bombardieren. Kurz vor der Abreise des iranischen Teams an die Endrunde hatte der Streit zwischen den Kriegsgegnern die nächste Eskalationsstufe erreicht.

Service zur WM

Radio SRF 4 News, Nachrichten, 06.06.2026 15:00 Uhr ; 

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