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England-Trainer unter Beschuss «Feige Wechsel»: Presse fällt über Tuchel her

Nach dem bitteren 1:2 im WM-Halbfinal gegen Argentinien ist der Schuldige in den englischen Medien schnell gefunden.

Unglaublich nah war England dran, den WM-Final-Fluch nach 60 Jahren zu brechen – doch einmal mehr versagten den «Three Lions» im entscheidenden Moment die Nerven. Die 1:0-Führung gegen Argentinien konnte Thomas Tuchels Team am Ende nicht über die Ziellinie retten. Auf den letzten Metern ging den Engländern die Puste aus.

Tuchels Wechsel gehen nach hinten los
Autor: Mirror

Tuchel geriet schon kurz nach dem Abpfiff ins Kreuzfeuer der medialen Kritik auf der Insel. «England-Fans wütend auf Tuchel – das geht auf seine Kappe», schrieb die Boulevardzeitung The Sun unmittelbar nach dem bitteren 1:2 im Halbfinal in einer Blitz-Auswertung von Internet-Kommentaren.

Der Trainer wurde für «feige» Auswechslungen nach der Führung geradezu niedergemacht. «Das ist herzzerreissend. Tuchels Wechsel gehen nach hinten los», kommentierte auch der Mirror. Der Telegraph vermutete sofort: «Die Vorwürfe werden noch Jahre anhalten.» Tuchel hatte Torschütze Anthony Gordon durch Verteidiger Ezri Konsa ersetzt. Ausserdem brachte er Nico O'Reilly für Declan Rice und «Prellbock» Dan Burn für Reece James.

Eine Person in einem dunkelblauen Hemd hält sich mit nachdenklichem Gesichtsausdruck die Stirn.
Legende: Auf ihn kommen ungemütliche Tage zu Thomas Tuchel. imago images/Mark Pain

Kane ringt nach Erklärungen

Es werden also ungemütliche Tage werden, aber Tuchel war ohnehin erst einmal in Schockstarre. Genau wie Harry Kane, der nach dem Abpfiff noch minutenlang vor sich hin starrte und zu keinerlei Bewegung mehr fähig war. «Mir tut es leid für die Jungs, die ganze Mannschaft, die Fans», sagte der Bayern-Star. «Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben irgendwie versucht, das 1:0 durchzubringen. Wir haben alles gegeben, Blut, Schweiss und Tränen – aber es hat nicht gereicht.»

Für das Spiel um Platz 3 am Samstag gegen die ebenfalls bitter enttäuschten Franzosen werden sich die Engländer noch einmal motivieren müssen. Es wird ihnen sehr schwer fallen. «Es gab viele Stolpersteine auf dem Weg und viel zu viele Demütigungen im Laufe der Jahre», schrieb der Telegraph. «Aber als England fünf Minuten vor Schluss in einem WM-Halbfinal führte, hatte man das Gefühl, dass es diesmal vielleicht anders sein könnte.» Am Ende aber blieb England eben England.

SRF zwei, sportlive, 15.07.26, 20:10 Uhr ; 

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