«Ich glaube, die Qualität des Turniers war sehr hoch», sagte Ex-Trainer Arsène Wenger, Fifa-Direktor und Chef der «Technical Study Group» des Weltverbands, auf einer Pressekonferenz in New York: «Viele haben befürchtet, dass mehr Teams ein Desaster für einige bedeuten würden. Das war nicht der Fall. Die Lücke zwischen den Grossen und den Kleinen hat sich verringert.»
Die WM auf 48 Mannschaften aufzustocken, sei «die richtige Entscheidung und ein grosser Erfolg» gewesen. Nach Wengers Einschätzung erreichten die beiden Teams den Final, die «am meisten als Mannschaft auftraten», das habe mit der Länge des Turniers zu tun.
Die Halbfinals
«Das ist eine grossartige Botschaft», sagte der langjährige Arsenal-Trainer mit Blick auf Spanien und Argentinien: «Sie zeigen, wie wichtig technische Qualität und Teamintelligenz sind. Sie sind während des Turniers gewachsen.»
Trinkpausen? «Noch keine Schlüsse»
Trotz mehrfacher Nachfrage wollten sich Wenger und Co. nicht zu etwaigen Auswirkungen der umstrittenen Trinkpausen äussern. «Wir haben noch keine Schlüsse gezogen, wir werden das analysieren», sagte Wenger.
Andere Regeländerungen sind dagegen bereits analysiert: Abstösse erfolgten deutlich schneller, nur noch zwölf Prozent dauerten länger als 30 Sekunden (2022 noch ein Viertel). Im Schnitt gab es nur noch 1,6 Behandlungspausen pro Spiel (statt 2,3). Torhüter fausteten fast zehn Prozent öfter bei Flanken, Ecken und Freistössen, laut Ex-Goalie Pascal Zuberbühler eine Folge der Regelauslegung, «Torhüter besser zu schützen».
Weitschüsse als Lösung
Taktische Gründe hatte dagegen der Anstieg von Toren nach Schüssen von ausserhalb des Strafraums von 8 auf 16 Prozent. «Immer mehr Mannschaften verteidigen im tiefen Block, da ist kein Platz im Zentrum», erklärte Jürgen Klinsmann, «da sind Schüsse von ausserhalb ein Rezept – auch für die Zukunft.»
Enttäuscht war er dagegen von den Standardsituationen: «Ich habe keine neuen Varianten gesehen, die den Unterschied machten. Aber die Trainer hatten auch wenig Zeit, sie zu üben.»