Die Achtelfinals an der WM sind durch. Beendet sind auch die Titelträume zweier Mitfavoriten und ihrer Superstars: Neymars Brasilien verabschiedete sich gegen Norwegen ebenso aus dem Turnier wie Cristiano Ronaldos Portugal gegen Europameister Spanien – was indes noch etwas weniger als Überraschung gewertet werden kann als das Out des Rekordweltmeisters.
Ansonsten haben sich die meistgenannten Anwärter auf den Titel auch in der K.o.-Phase schadlos gehalten. Schaut man nur auf die Resultate, hat Spanien dabei den stilsichersten Eindruck hinterlassen. Nach dem 0:0 zum Auftakt gegen Kap Verde steigerte sich die Mannschaft von Luis de la Fuente und steht auch nach fünf absolvierten Partien noch ohne Gegentor da.
Der amtierende Weltmeister Argentinien spannte die Fans nach der Zitterpartie im Sechzehntelfinal gegen Kap Verde im Duell mit Ägypten erneut auf die Folter. Der Viertelfinalgegner der Schweiz scheint verwundbar.
Frankreich und England trotzen Widerständen
Frankreich zeigte gegen robuste und aggressive Paraguayer, dass es physisch dagegenhalten und nach den spielerischen Höhenflügen in den ersten vier Partien auch «dreckige» Siege einfahren kann. Marokko, das seinen bisher härtesten Test bereits im Sechzehntelfinal gegen die Niederlande zu überstehen hatte, ist nach dem verhältnismässig lockeren 3:0 gegen Kanada der nächste Gradmesser für das ambitionierte Team von Didier Deschamps.
Eine ziemliche Bewährungsprobe bestand auch England, das Co-Gastgeber Mexiko trotz einiger Widerstände niederrang. Zum dritten Mal in Folge stehen die «Three Lions» im Viertelfinal. Noch immer dürfen die Fans auf den ersten WM-Triumph nach 60 Jahren hoffen.
Gegner Norwegen hat derweil seinen Status als Geheimfavorit eindrücklich untermauert. Der Zusatz «geheim» ist nach dem 2:1 über Brasilien genau genommen nicht mehr angebracht.
Belgien zeigt Zähne
Etwas unerwartet wieder in den Vordergrund gespielt hat sich mit Belgien eine andere europäische Nation, deren beste Zeit eigentlich schon abgelaufen zu sein schien. Der Erfolg der «Roten Teufel» besiegelte gleichzeitig auch das Schicksal des dritten Gastgebers: Die USA haben wie Mexiko und Kanada zwar eine K.o.-Partie für sich entschieden, die ganz entscheidende Turnierphase findet aber ohne sie statt. 6 von 8 Viertelfinalisten kommen aus Europa.