Während um ihn herum die Fans schreien, jubeln und fluchen, verharrt Michel Kuka Mboladinga in absoluter Regungslosigkeit auf einem kleinen Podest. Die Kleidung aus Jackett, Hemd, Krawatte und Anzughose spiegelt die Farben der Flagge der Demokratischen Republik Kongo wider. So verfolgte Mboladinga, besser bekannt als «Lumumba Vea», das WM-Spiel Kongos gegen Kolumbien in Guadalajara.
«Ich stehe regungslos da, weil ich glaube, dass das der Mannschaft emotionale Ausdauer verleiht», hatte der 49-Jährige vor einigen Tagen dem Wall Street Journal gesagt.
«Kleiner Preis, den ich gerne zahle»
Seine Pose ist der Lumumba-Statue nachempfunden, die in Kongos Hauptstadt Kinshasa steht. Sie ist eine Hommage an den 1961 ermordeten Premierminister Patrice Lumumba. «So wie Lumumba sein Leben für unser Land geopfert hat, ist mein Opfer ein kleiner Preis, den ich gerne zahle, weil mir diese Mannschaft so sehr am Herzen liegt», sagte Mboladinga.
Grössere Bekanntheit hatte der 49-Jährige mit seiner Art des Zuschauens während des Afrika Cups 2025 in Marokko erlangt. Er unterstützt die Nationalmannschaft auf diese Art und Weise bereits seit über zehn Jahren.
Als berühmter Superfan wurde «Lumumba Vea» sogar offiziell in die Delegation des kongolesischen Verbands aufgenommen. Bei der WM werden all seine Kosten vom Staat übernommen, zudem erhielt er Hilfe bei Formalitäten wie dem Visum.