Am Ende seiner historischen WM-Gala hob Lionel Messi triumphierend die Hände in die Höhe – und die Fussball-Welt verneigte sich vor einem Mythos. Mit einem Dreierpack hatte Argentiniens Superstar beim 3:0 gegen Algerien den WM-Torrekord von Miroslav Klose egalisiert, in seinem 200. Länderspiel, bei seiner sechsten WM, genau 20 Jahre nach dem WM-Debüt.
«Messi, Messi, Messi»-Sprechchöre hallten durch das Arrowhead Stadium in Kansas City, kaum einen der knapp 70'000 Fans hielt es auf den Sitzen.
Ronaldo ist, soweit ich das beurteilen kann, einer der Grössten, und er steht nicht an erster Stelle.
Auch im hohen Fussballer-Alter von 38 Jahren ist Messi für Argentinien unverzichtbar. Mehr noch: «Messi ist die WM», kommentierte die Tageszeitung La Nacion in der Heimat: «Der ewige Captain fügt seiner beispiellosen Karriere ein weiteres Kapitel hinzu und zementiert seinen Legendenstatus.»
Messi bleibt gelassen
«Es gibt keine Worte mehr, um das zu beschreiben», schwärmte sein Teamkollege Alexis Mac Allister. Auch Weltmeistertrainer Lionel Scaloni war ob des Fussball-Märchens «sprachlos, was Messi angeht. Was soll ich sagen? Er ist unglaublich. Er macht das schon seit 20 Jahren. Jeder im Fussball will ihn sehen und geniesst es.»
Messi selbst nahm den nächsten Rekord seiner unnachahmlichen Karriere gelassen zur Kenntnis. «Ich schaue nicht auf die Zahl», sagte er. «Auch wenn es mich mit Stolz erfüllt, bedeutet es nichts. Ronaldo ist, soweit ich das beurteilen kann, einer der Grössten, und er steht nicht an erster Stelle. Es ist nur eine Statistik.»
Mbappé neuer Rekordtorschütze Frankreichs
Messi dicht auf den Fersen ist derweil Frankreichs Kylian Mbappé, der beim 3:1 gegen den Senegal seine WM-Treffer Nummer 13 und 14 erzielte. Noch fast wichtiger für den Captain der «Bleus» war indes die Tatsache, dass er mit seinem 58. Treffer für Frankreich Olivier Giroud als Rekordtorschützen des Nationalteams ablöste.
Ich freue mich sehr, dass ich ein Stück weit in die Geschichte meines Landes eingehen konnte.
«Ich freue mich sehr, dass ich ein Stück weit in die Geschichte meines Landes eingehen konnte», sagte Mbappé. Generell gehe es ihm aber darum, «dafür zu sorgen, dass meine Mannschaft die Weltmeisterschaft gewinnt. Das war schon immer mein Ziel, und das habe ich immer über alles andere gestellt», betonte der 27-Jährige.
Haaland trotzt dem Druck
Angesichts des Rummels um die beiden Goalgetter ging das WM-Traumdebüt von Erling Haaland beinahe ein wenig unter. Norwegens Tormaschine lächelte nach dem Doppelpack beim 4:1 gegen den Irak stolz – und gab den Fans in der Heimat den Partybefehl. «Ich weiss nicht, wie spät es dort ist», sagte der Angreifer, «aber ich hoffe, die Leute feiern.»
Es war nicht einfach, ein Debütant zu sein. Es ist viel Druck.
Das erfolgreiche WM-Comeback der Norweger nach 28 Jahren liess Haaland sichtlich aufatmen. Er, der mit seinen 25 Jahren schon so viel erlebt und gewonnen hat, habe vor seiner Premiere «seine Nerven» gespürt. «Es war nicht einfach, ein Debütant zu sein. Es ist viel Druck», gab der Ausnahmestürmer von Manchester City zu, «ich muss Tore schiessen. Zum Glück hat das geklappt.»