Ab jetzt gilt’s. Nach vier Partien gegen Deutschland, in Norwegen, gegen Jordanien und am Samstag schliesslich gegen Australien ist die Phase des Testens für Murat Yakin vorbei. Im nächsten Spiel gegen Katar, den nominell schwächsten Gegner an der Fussball-WM, geht es am kommenden Samstag in San Francisco bereits um den ersten Schritt Richtung Gruppensieg und K.o.-Phase.
Auch wenn der Nati-Trainer sich in den vergangenen Tagen betreffend Aufstellung nicht in die Karten blicken lassen wollte, haben sich Tendenzen gezeigt. Wir beleuchten einige Personalien:
Gewinner
- Johan Manzambi: Bei Freiburg gehörte der 20-Jährige zu den wichtigsten Spielern auf dem Weg in den Europa-League-Final. In der Nati musste das Juwel im letzten Jahr noch oft die Rolle als Joker übernehmen – und dankte dies mit einer tollen Torquote. In den letzten beiden Duellen mit Jordanien und Australien durfte Manzambi von Beginn an ran, suchte seine Rolle aber noch. Es ist jedoch ersichtlich, dass Yakin auf den Offensivmann baut.
- Michel Aebischer: An der EM 2024 tauchte der Italien-Legionär völlig überraschend in der Stammformation Yakins auf und überzeugte in unterschiedlichsten taktischen Formationen. Nach einer schwierigen Saison mit Pisa, in der er den Abstieg aus der Serie A verkraften musste, könnte sich die Geschichte wiederholen: In den letzten drei Nati-Partien war Aebischer Stammkraft, spielte mal links, mal rechts. Seine Polyvalenz und sein Arbeitseifer könnten ihn erneut in die ersten 11 spülen.
- Zeki Amdouni: Nach seinem Kreuzbandriss im letzten Sommer war lange unklar, ob Amdouni den Wettlauf mit der Zeit gewinnen würde. Der Stürmer schaffte es und spielte gegen Australien gar erstmals seit fast 18 Monaten von Beginn an für die Nati. Noch reicht die Kraft des wirbligen Angreifers nicht für 90 Minuten, was aber nicht sonderlich schlimm ist. An Breel Embolo dürfte Amdouni ohnehin nicht vorbeikommen – als valable Joker-Option hat sich der Lausanner aber bereits wieder positioniert.
Pechvogel
- Noah Okafor: Vor 2 Jahren war der Baselbieter an der EM als Unruhefaktor ausgemacht und in der Folge länger nicht mehr aufgeboten worden. Mittlerweile sind die Dissonanzen mit Yakin und dem Team ausgeräumt und Okafor hätte seine gute Form (acht Tore in der Premier League) in der Nati ausspielen sollen. Doch immer wieder bremsten ihn kleinere Blessuren aus, so auch in der Vorbereitung. Mit Speed und Wucht könnte er aber als Joker seine Rolle finden – wenn der Körper mitmacht.
Fragezeichen
- Denis Zakaria: Als Stammspieler und Captain bei Champions-League-Klub Monaco sollte der Genfer eigentlich seinen Platz in der Nati haben. Doch im zentralen Mittelfeld führt seit Jahren kein Weg am Duo Granit Xhaka/Remo Freuler vorbei. Immerhin konnte in der Vorbereitung dreimal Yakins Alternativ-Plan mit Zakaria als drittem Innenverteidiger getestet werden, der 29-Jährige bekam dafür Lob. Zum Stammspieler dürfte es aber wohl weiter nicht reichen.
Spezialfall
- Breel Embolo: Erst mit dreitägiger Verspätung reiste Embolo wegen Problemen mit der Einreise-Genehmigung in die USA. Gegen Australien war er nach den Reisestrapazen noch keine Option. Doch noch bleibt dem Sturmtank eine Woche, um sich zu akklimatisieren. Seine Wichtigkeit zeigen nicht nur die nackten Zahlen (24 Länderspieltore, neun Treffer in den letzten zwölf Einsätzen); seine zwischenmenschlichen Qualitäten werden stets von Teamkollegen und Staff herausgestrichen.