Hätte es Yanic Niederhäuser nicht als Basketballprofi geschafft, vielleicht wäre aus ihm ein Fussballer geworden. Denn der 23-jährige Freiburger war schon als Kind ein Riesenfan. «Fussball ist ein Weltsport, er bringt alle Leute zusammen. Schon als Kind schaute ich den Stars am TV zu», erzählt er, als er am Sonntag im Nati-Camp in San Diego vorbeischaute.
Die Joker überzeugen ihn
So hatte es sich der NBA-Profi der L.A. Clippers denn auch nicht nehmen lassen, am vergangenen Donnerstag in Los Angeles die Partie zwischen der Nati und Bosnien-Herzegowina live zu schauen. Nur wenige hundert Meter von «seinem» Heimstadion entfernt fand er die Stimmung «super! Der Vibe war etwas ganz Besonderes, nach jedem Tor gab es eine Party im Stadion.»
Niederhäuser beeindruckte vor allem der Einfluss der Joker Ruben Vargas und Johan Manzambi, die das Spiel letztlich entschieden. Dies habe er in seiner Rookie-Saison in der besten Basketball-Liga auch probiert, wenn er in eine Partie gekommen sei.
Verletzung beendet seine 1. NBA-Saison
Mit mehr als 4 Punkten und knapp 3 Rebounds pro Spiel absolvierte der erste Deutschschweizer in der NBA eine gute Saison, bis ihn im März eine Fussverletzung bremste und seine Saison beendete. «Das passiert nun mal im Sport, das gehört dazu. Ich habe auch aus dieser Situation etwas gelernt», findet er.
Niederhäuser profitiert auch im Rahmen des Nati-Treffens davon, sich kurz mit den Spielern auszutauschen und Parallelen zu seiner eigenen Karriere zu finden. Jeder Athlet verfolge am Ende dasselbe Ziel, «nämlich die beste Version von sich selbst zu sein. Der Approach ist halt bei jedem ein wenig anders», sagt Niederhäuser.
Kopfbälle und Tacklings sind sein Ding
Unterschiedlich fällt im Vergleich zwischen NBA-Star und Nati-Spielern auch der Körperbau aus. Mit seinen 2,11 Metern überragt Niederhäuser Granit Xhaka & Co. um einen Kopf und mehr. Klar also, welche Position er als Fussballer eingenommen hätte: «Irgendetwas in der Nähe des Tores, entweder Verteidiger oder Stürmer. Ich mag Tacklings und Kopfbälle», beschreibt er seine Stärken auf dem Fussballplatz.
Neben der Erinnerung nimmt Niederhäuser auch ein unterschriebenes Nati-Shirt mit seiner Nummer 14 auf dem Rücken mit nach Hause. Ernst gilt es dann im Oktober wieder, wenn er seine zweite NBA-Saison in Angriff nimmt.