Lange Zeit ähnelten sich die beiden Partien. Schweiz - Ukraine, der WM-Achtelfinal 2006, und Schweiz – Kolumbien, der WM-Achtelfinal 2026, waren keine Spektakel-Spiele, boten kaum Torchancen und lebten mehrheitlich von der Spannung. 0:0 nach 90 Minuten, 0:0 nach 120 Minuten. Penaltyschiessen.
Doch da hören die Parallelen auf. Und das hat auch mit den beiden Schweizer Trainern zu tun. Während Köbi Kuhn vor 20 Jahren in den Minuten vor dem Elfmeter-Krimi kein gutes Händchen hatte, war dies bei Murat Yakin anders.
2006: Frei ausgewechselt, Joker Streller nervös
Rückblende: In der 117. Minute nahm Kuhn in Köln mit Alex Frei einen der sichersten Penalty-Schützen vom Feld. Eine Aktion, die bei den meisten Nati-Fans Verärgerung auslöste und bis heute unverständlich bleibt. Statt Frei trat Marco Streller als erster Schweizer Schütze im Elfmeterschiessen an. Dem Einwechselspieler war die Nervosität ins Gesicht geschrieben (Stichwort: Zunge) und er vergab kläglich.
Es war der Anfang vom Ende für die Nati. Nach Streller brachten auch Tranquillo Barnetta und Ricardo Cabanas ihre Versuche nicht im gegnerischen Tor unter. Die Schweiz schied im Achtelfinal aus, obschon sie in 4 WM-Partien keinen einzigen Gegentreffer kassiert hatte (was bis heute einmalig ist).
2026: Trio eingewechselt, alle bleiben cool
20 Jahre danach machte die Nati die Ukraine-Schmach wett. Auch dank Yakin. In den letzten 35 Minuten der Partie schickte der Schweizer Coach der Reihe nach Cedric Itten, Ruben Vargas und Zeki Amdouni ins Spiel. Sie alle traten später zum Penaltyschiessen an – und alle behielten die Nerven.
Amdouni versenkte den Ball mit grosser Lässigkeit unten rechts, Itten nahm erfolgreich den Weg durch die Mitte und Vargas wählte die linke Ecke und schoss die Schweiz cool in den Viertelfinal.