Nein, ein Lautsprecher ist Ruben Vargas definitiv nicht. Als er an diesem Sonntagmorgen im National Soccer Development Center in Vancouver in einem schummrigen Raum vor der – immer grösser werdenden – Medienschar sitzt, spricht er leise. «Für mich passt es so, wie es ist. Schon in meiner Jugend stand ich nicht so im Rampenlicht», sagt er.
Doch wenn er auf das Fussballfeld kommt, ist vieles anders. Der 27-Jährige ist einer, der mit gutem Beispiel vorangeht, keinen Ball verloren gibt. «Ich gebe immer mein Bestes, kämpfe und versuche stets, alles auf den Platz zu bringen, was ich habe.»
Einer der ersten Verteidiger
Seine Rolle sieht er trotz zwei Toren und einem Assist nicht anders: «Als Offensivspieler sind wir die ersten Verteidiger. Ich habe es mir angewöhnt, auch defensiv hart zu arbeiten. Mir gibt das ein gutes Gefühl, um ins Spiel zu kommen», sagt er.
Vargas, der in seiner Karriere schon mit einigen Kolumbianern gespielt hat, warnt im Hinblick auf den Achtelfinal am Dienstag in Vancouver: «Wir müssen auf alles gefasst sein, vielleicht wird es auch Trash-Talk geben. Kolumbien wird versuchen, über harte Duelle ins Spiel zu kommen. Da müssen wir dagegenhalten und unsere individuelle Qualität einsetzen. Dann können wir auch gewinnen.»
«Auswärts» hat die Nati bislang stets gewonnen
Erwartet wird am Dienstag ein enges Duell, das allenfalls auch erst im Elfmeterschiessen entschieden werden könnte. Sollte es gegen Kolumbien tatsächlich so weit kommen und der Luzerner noch auf dem Feld stehen, würde er auch antreten. «Ich habe eigentlich immer geschossen, wenn ich noch auf dem Feld stand. Wir werden das jetzt auch anschauen, aber man kann die Situation nicht simulieren, wenn man im Stadion von der Mittellinie losläuft.»
Gespannt sein darf man auf die kolumbianischen Fans, die bislang an der WM für grossartige Stimmung sorgten. Auch im BC Place in Vancouver dürften sie das Stadion in Gelb tauchen. Davon beeindrucken lässt sich Vargas indes nicht. Schon gegen Bosnien-Herzegowina oder Kanada habe man ein «Auswärtsspiel» bestritten. Gewonnen hat am Ende jeweils die Schweiz.