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Titelverteidiger mental stark Kopfsache Fussball: Argentinien macht es weltmeisterlich

Argentinien ist dank späten Toren in den WM-Final eingezogen. Das ist kein Glück, sondern eine Qualität.

Zwei späte Tore zum 3:2 im Achtelfinal gegen Ägypten, zwei Treffer in der Verlängerung zum 3:1 im Viertelfinal gegen die Schweiz und jüngst zwei späte Goals zum 2:1 im Halbfinal gegen England. Argentinien spielt an der WM immer dann den besten Fussball, wenn der Titelverteidiger das Messer am Hals hat.

Ist das alles nur Glück? «Nein», sagen Sportpsychologe Christian Birri und SRF-Fussball-Expertin Kathrin Lehmann. Die Tore in den entscheidenden Minuten einer Partie sind vielmehr eine grosse Qualität der Südamerikaner.

«Wenn du einmal kurz vor Schluss ein Spiel gedreht hast, dann ist das emotional mitunter das Schönste, was du als Spielerin oder Spieler erleben kannst. Und du entwickelst eine Sehnsucht in dir nach diesem Gefühl und willst es wieder erleben. Denn du weisst: ‹Es fühlt sich gut an!›», erklärt Lehmann.

Spanien muss sich in Acht nehmen

Will heissen: Die Argentinier sind auf den Geschmack gekommen und wollen dieses Hoch-Gefühl immer und immer wieder erleben. Geraten sie deshalb absichtlich in Rücklage? Natürlich nicht. Aber ein Rückstand wirft sie nicht aus der Bahn, er spornt sie vielmehr an.

Für den WM-Final vom Sonntagabend heisst das: Sollte Spanien in Führung gehen, muss sich der Europameister besonders in Acht nehmen. Denn dann ist Argentinien am gefährlichsten.

Welche Rolle gemäss Sportpsychologe Birri Lionel Messi bei den argentinischen Comebacks einnimmt, erfahren Sie im Audio-Beitrag oben.

Radio SRF 1, Abendbulletin, 16.7.26, 18:45 Uhr ; 

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