Die Aufregung war gross, als Michael Olise während der WM in seinem Instagram-Profil plötzlich sämtliche Bilder aus seiner Zeit beim FC Bayern löschte. Auf seinem Profil waren zuletzt nur noch einige von einem Bildschirm abfotografierte Bilder mit starker Unschärfe zu finden. Und das auch noch inmitten aller Spekulationen um ein angebliches Angebot von Real Madrid. War dies etwa eine deutliche Botschaft des 24-Jährigen an die Münchner?
Offenbar nicht. Angeblich unterstützte Olise mit dieser ungewöhnlichen Aktion die befreundete Fotografin Florence Pernet, die für die WM keine Akkreditierung erhalten hatte. Auch das ein Irrglaube, wie Pernet selbst aufklärte. Einerseits habe sie gar keine Akkreditierung angefordert. Andererseits stammten die Bilder gar nicht von ihr, sondern von einem Fotografen namens Lukas Korschan.
Auszüge aus Olises Zaubershow
Viel Lärm um nichts? Die Gerüchte reissen nicht ab. Olise gilt als einer der begehrtesten Spieler. Er ist längst zum Superstar aufgestiegen. Kein Wunder, dass man bei Bayern seit Wochen keine Gelegenheit auslässt, um den Zauberfuss als «unverkäuflich» zu erklären. Bis 2029 ist der Franzose noch an den deutschen Rekordmeister gebunden. Real bereitet dem Vernehmen nach ein 200-Millionen-Angebot vor.
Henry: «Der Kerl ist auf einem anderen Planeten»
Olise hat nicht nur die «Königlichen» nachhaltig beeindruckt. Auf dem Weg zum Halbfinal-Showdown der Franzosen am Dienstag in Dallas gegen Europameister Spanien war der Bayern-Profi neben Kylian Mbappé der Unterschiedsspieler. Zwar hat er noch keinen Treffer erzielt, ist mit 5 Assists jedoch bester Vorlagengeber der WM. Der 24-Jährige sei – Mbappé hin oder her – «der wichtigste Spieler bei Frankreich. Der Kerl ist auf einem anderen Planeten», sagte Frankreich-Legende Thierry Henry.
Und Olise? Der zeigt sich wie immer unbeeindruckt. Normalerweise redet der zurückhaltende Zauberer erst gar nicht. Zuletzt machte er in L'Équipe aber eine Ausnahme und gewährte einen kurzen Einblick in seine (Gefühls-)Welt. «Ich mag es, wenn Fussball schön ist. Für die Zuschauer, für die Menschen vor dem Fernseher, die einen schönen Moment erleben wollen», sagte er.
Mehr Freiheiten im Nationalteam
Auch in München werden sie die Aussagen aufmerksam gelesen haben – vor allem Trainer Vincent Kompany. Olise machte nämlich deutlich, dass sich seine Rolle im Nationalteam für ihn «am natürlichsten» anfühlen würde. Diese biete «mehr Freiheit». Bei «Les Bleus» spielt der «Spieler des Jahres» der vergangenen Bundesliga-Saison hinter Mbappé zentral – in München nimmt diese Position aber Jamal Musiala ein, Olise wirbelt auf dem Flügel.
Doch egal, in welchen Räumen er sich bewegt – Olise sieht trotz aller Gala-Auftritte Luft nach oben: «Im Moment würde ich sagen: Ja, ich bin ein Spieler der Gegenwart. Wenn ich weiter hart arbeite und auf dem Boden bleibe, hoffe ich, irgendwann ein Spieler der Zukunft zu sein.» Die Zukunft hat längst begonnen.