Ein Ausnahmekönner war Ousmane Dembélé schon immer. Ballbehandlung, Dribbling – alles auf höchstem Niveau. Der Umgang des Franzosen mit dem eigenen Talent dagegen gab manchen immer wieder Rätsel auf.
Ging es in seinen jungen Jahren nicht nach dem Kopf des Ballkünstlers, konnte er vom Unterschieds- zum Problemspieler werden. In der Saison 2016/2017 spielte Dembélé für Borussia Dortmund. Er schlug auf Anhieb ein.
Doch mindestens genauso wie an seine Zauber-Solos auf dem Platz dürften sich die BVB-Fans an seine Eskapaden daneben erinnern. Der Franzose bestreikte das Training und wechselte schliesslich unter grossem Getöse – aber immerhin für eine stattliche dreistellige Millionensumme – zum FC Barcelona.
Mbappé als Fürsprecher
Sechs Jahre lang spielte Dembélé für die Katalanen. Den grossen Durchbruch schaffte er erst nach seinem Transfer nach Paris 2023. Die komplette Leistungsexplosion gab es streng genommen sogar noch ein Jahr später, als Kylian Mbappé von PSG zu Real Madrid wechselte.
Die zwei Topstars sind befreundet. Im französischen Nationalteam scheinen ihre Rollen klarer definiert. Dembélé ist eher der Zulieferer als der Zielspieler wie auf Vereinsebene. Dennoch sei er «ein Schlüsselspieler», betonte Mbappé zuletzt. Und verwies darauf, dass sein Offensivpartner nicht allzu lang vor der WM ja auch noch angeschlagen war.
Auch in anderer Rolle torgefährlich
Alle staunen über die Tore von Mbappé und die Dribblings von Michael Olise. Der Ballon-d'Or-Gewinner fliegt bei den «Bleus» fast schon unter dem Radar. Und ist doch völlig zufrieden damit. «Wenn man älter wird, weiss man, dass es ums Kollektiv geht», zeigt sich Dembélé gereift. Bei vier Turniertreffern steht er vor dem Viertelfinal gegen Marokko am Donnerstag in Boston. Drei davon erzielte er beim Vorrundenabschluss gegen Norwegen (4:1).
Dembélé strotze vor Selbstvertrauen, sagt Frankreichs Cheftrainer Didier Deschamps. «Wenn er topfit ist, und das ist er momentan, kann er den Unterschied ausmachen.»